Unterwegs Ausgabe 01 2021

Susanne Frank
Susanne Frank
Redakteurin (verantwortlich)

Seidiges Fell und glänzender Lack: wie sich die Durststrecke für die Sinne überstehen lässt…

In diesen Zeiten kommen unsere fünf Sinne zu kurz – im Besonderen der Tastsinn. Zwischenmenschliche Berührungen zwischen Freunden sind selten geworden, zwischen Geschäftspartnern tabu. Ich bekomme meine tägliche Portion Haptik, wenn meine Katze ihr Tretritual in meiner Armbeuge absolviert, während ich ihre Hinterpfote in meiner Hand halte und über ihr Fell streichle.

In Zeiten, in denen der Museumsbesuch erlaubt war – und hoffentlich bald wieder als sonntägliche Freizeitbetätigung möglich ist – konnte man Autos, die Furore machten, aus nächster Nähe erleben. Mühselig war allerdings eventuell die Anfahrt, das Schlange stehen vor der Kasse und das Gedränge vor den begehrten Exponaten. Wie gut, dass viele Museen virtuelle Rundgänge anbieten bzw. ihren Webauftritt zu einem besonderen Erlebnis umgestaltet haben. Wir haben einen kleinen Streifzug für Sie vorbereitet zu Touren, die uns positiv aufgefallen sind (Seiten 12 bis 15) und die ohne Flashplayer auskommen. Ältere Semester erinnern sich noch an die gute alte 3D-Brille. Wer eine solche noch besitzt, dem sei die Sinkhole Experience des Corvette Museums empfohlen. Inzwischen gibt es 3D-Brillen, in die man sein Handy reinpacken kann: Damit lässt sich die Höhle erforschen, in die 2014 mitten in Kentucky acht seltene Modelle der Corvette stürzten, als sich plötzlich ein Erdloch auftat.

Der Profi-Gamer nutzt inzwischen die VR-Brille, doch auch Autohersteller setzen gezielt Virtual-Reality-Technologien ein, um an der Zukunft des Autos zu forschen (siehe Volvos Einsatz von Simulatoren, Seite 8). Doch es gibt allemal noch Dinge, mit denen man sich die Zeit vertreiben kann, ohne in virtuelle Welten abtauchen zu müssen. Einen Mini-Porsche originalgetreu aus 1.495 Legosteinen zusammenzusetzen zum Beispiel. Wem noch weiter der Sinn nach haptischen Erlebnissen steht, und wer über die entsprechenden Ressourcen verfügt, könnte eine Probefahrt mit dem neuen Lexus-LS vereinbaren. Was die Designer von Toyota in die Entwicklung stecken, um Lack noch glänzender zu machen: Chapeau!

Ich werde mich damit begnügen, mit meinem Kleinwagen mal wieder die Autowaschanlage aufzusuchen. Eine Fahrt durch die Waschstraße empfinde ich immer wie eine kleine Flucht aus dem Alltag. Die herunterhängenden Fellstränge, die das Auto kurz vor Ende trocknen, erinnern mich an Gonzo, Fozzie und Co. von den Muppets. Für einen Moment fühle ich mich umschlungen – im positiven Sinne, auch wenn die Scheiben noch dazwischen sind. In diesem Sinne: Halten Sie es mit Waldorf und Statler: Beobachten Sie noch eine Weile länger das Geschehen aus sicherer Distanz und verlieren Sie dabei nicht den Humor!

Gute Fahrt wünscht Ihnen

 

Ihre Susanne Frank

redaktion@unterwegs-auf-der-autobahn.de