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Unterwegs Ausgabe 1 2019

Unterwegs Ausgabe 1 2019
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Bert Brandenburg
Bert Brandenburg
Chefredakteur (V.i.S.d.P)

Schmerzhafte CO2-Grenzwerte für Lkw

Die EU will die Grenzwerte für den CO2-Ausstoß von Lastwagen bis zum Jahr 2030 deutlich und schmerzhaft verschärfen. Das sorgt für gewaltigen Aufruhr und Empörung in der Branche.

Die Hersteller und die Zulieferindustrie sehen sich so langsam in ihrer Existenz bedroht. Und das nur, weil es der EU bei der Minderung der CO2-Werte zu langsam geht. Deshalb haben die EU-Länder die CO2-Werte bereits für die Autos bis 2030 um 35 Prozent gesenkt. Und die umtriebigen Beamte fragten sich dann, warum ist so eine Minderung nicht auch bei den Trucks möglich?

Der Transportverkehr wächst und wächst und das meiste davon rollt über die Autobahnen und Landstraßen. Trotzdem sind die Trucks gerade mal für fünf Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Und dank der enormen Leistungen der Hersteller in der Motorentechnik fährt der einzelne Lastwagen immer sparsamer.

Die Kommission in Brüssel hatte für die erste Stufe eine Reduktion von zunächst „nur“ 15 Prozent vorgeschlagen. Die EU-Länder haben aber erstmal beschlossen, dass auch für Nutzfahrzeuge verbindliche Grenzwerte eingeführt werden, um den Ausstoß von Kohlendioxid bei neuen Modellen um 30 Prozent zu drücken. Alle Hersteller in Europa argumentieren, dass diese Grenzwerte nicht zu schaffen sind. Anders als bei Autos könne man Lastwagen nicht so ohne weiteres mit Elektromotoren ausstatten. Hier gibt es noch einem enormen Forschungsbedarf in Richtung Reichweite und Ladevorgang.

Nur die deutsche Ressortchefin Svenja Schulze (SPD) enthielt sich. Dies auf Druck des Kanzleramts, wie sie anschließend sagte. „Ich hätte dem letzten Kompromissvorschlag der österreichischen Ratspräsidentschaft gern zugestimmt, aber ich konnte mich mit dem Bundeskanzleramt nicht darüber verständigen“, erklärte Schulze der Deutschen Presse-Agentur. Sich in einer so wichtigen umweltpolitischen Frage zu isolieren, ist mehr als peinlich.

Die vorgeschlagenen CO2-Minderungsziele für schwere Lkw sind eindeutig zu ehrgeizig und erfordern einen umfassenden Einsatz neuer Antriebstechnologien und alternativer Kraftstoffe. Nur wir dürfen die Industrie bei allem Engagement in die neue Mobilität auch nicht überfordern. Die Marktakzeptanz von alternativ angetriebenen Lkw setzt ganz neue Rahmenbedingungen voraus. Viele davon liegen außerhalb der Industrie oder fehlen komplett. Schauen wir mal wie das weitergeht.  

Gerne können Sie mir Ihre Anregungen schreiben. Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen. Viel Spaß beim Lesen von Unterwegs.

Bert Brandenburg
 

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