Unterwegs Ausgabe 2 2020

Unterwegs Ausgabe 2 2020
Torsten Buchholz
Torsten Buchholz
Chefredakteur (V.i.S.d.P.)

Rücksichtnahme auf dem Prüfstand

Eigentlich habe ich gehofft, die Corona-Pandemie an dieser Stelle nicht mehr sonderlich erwähnen zu müssen. Leider geht es aber nicht anders. Wir haben uns allerdings auch bemüht, diese Ausgabe der „Unterwegs auf der Autobahn“ nicht vornehmlich um den Virus kreisen zu lassen, sondern einen bunten Strauß von Beiträgen für Sie zusammenzustellen, der die Botschaft trägt: „Wir lassen uns die (Vor-)Freude am Fahren auf den Straßen trotz alledem nicht verderben“. Optimismus und nicht der Fall in die Depression ist das Gebot der Stunde. Auch wenn das nicht immer ganz leichtfällt. Das gilt für die Vergangenheit genauso wie momentan eingeschränkt für das Heute und natürlich hoffentlich bald wieder für das Morgen.

Eins ist klar: Die Coronakrise stellt unsere Bereitschaft zur Rücksichtnahme und Hilfe auf eine besondere Nagelprobe. Wie verhalten wir uns im Ausnahmezustand? Wie reagieren wir auf die Not anderer? Positive Zeichen sind jedenfalls gesetzt. Ob nun mit tatkräftiger Unterstützung, kleinen oder eher symbolischen Gesten: Zahlreiche Aktionen unterstützen derzeit die Menschen, die dafür sorgen, dass unsere Versorgung nicht zusammenbricht. Diesen Helden des Alltags genauso wie ihren Unterstützern sei auch an dieser Stelle gedankt.

Aber wie lange wird das Dankeschön auch in die Zeit nach der Coronakrise nachhallen? Eine Lehre die ich jetzt schon ziehen möchte, ist ein Appell. Wenn die Straßen, Grenzen und Biergärten wieder offen sind, dürfen wir nicht diese Helden des Alltags vergessen. Es geht dabei um nachhaltende Nachsicht für die Fahrer hinterm Lkw-Lenkrad, die auch nach der Krise für volle Supermarktregale und ausgelastete Produktionslinien in den Fabriken sorgen werden, um Verständnis für gestresste Paketboten, die die immer stärkere Nachfrage nach Produkten aus dem Internet bewerkstelligen müssen, um das Personal in Krankhäusern, Arztpraxen, Apotheken und Pflegeeinrichtungen, das auch weiterhin für das gesundheitliche Wohlergehen von uns selbst und anderen sorgen muss, und um eigentlich alle, auf deren Hilfe und Unterstützung wir angewiesen sind. Vielleicht haben wir das ja bisher viel zu selbstverständlich genommen.