Abgehoben – dem Verkehr entschweben

Die Seilbahn erhält als erhebendes ÖPNV-Verkehrsmittel in Zukunft eine neue Rolle. Allein in Deutschland waren bereits über 100 Seilbahnen in 13 Bundesländern projektiert, von denen einigen große Chancen eingeräumt werden, während andere wieder schnell gestoppt wurden.

Seit 2018 verbindet in Moskau eine Seilbahn von Bartholet das olympische Stadion „Luschniki“ im Zentrum mit dem höchsten Punkt der Stadt, „Vorobyovy Gory“. Dabei wird der Fluss Moskva überquert. Luftlinie sind das lediglich 700 Meter, per Auto jedoch 6,5 Kilometer. | Bild: Bartholet, Doppelmayr, Leitner
Seit 2018 verbindet in Moskau eine Seilbahn von Bartholet das olympische Stadion „Luschniki“ im Zentrum mit dem höchsten Punkt der Stadt, „Vorobyovy Gory“. Dabei wird der Fluss Moskva überquert. Luftlinie sind das lediglich 700 Meter, per Auto jedoch 6,5 Kilometer. | Bild: Bartholet, Doppelmayr, Leitner
Redaktion (allg.)

Um den ÖPNV auszubauen, liebäugeln immer mehr Gemeinden mit Seilbahnen – allerdings mit unterschiedlichen Zielen: Während man in München Lücken schließen und auf vielbefahrenen Tangenten im Stau stehende Busse zumindest teilweise ersetzen könnte, böten sich Gondeln in Stuttgart an, um das Zentrum im Kessel einfach und lautlos mit Hanglagen zu verbinden. Auch Bonn denkt über eine Seilbahn nach, die eine Möglichkeit bietet, den Rhein zu überqueren und anschließend den steilen Geländesprung auf den rund 110 Meter höher gelegenen Venusberg, auf dem sich ein Klinikgelände befindet, relativ problemlos und kostenmäßig bezahlbar zu machen.
 

Vorreiter für Seilbahnen als Mobilitätsalternative

Populär sind Seilbahnen bisher vor allem in den Millionenmetropolen Südamerikas, wo man entlegene Viertel gefahrlos ans Zentrum anbinden kann und so neue Möglichkeiten für deren Bewohner schafft. Außerdem umgeht man die „Gefahren der Straße“, die dort immer noch ein Problem sind. Und muss nicht nachträglich Schneisen in die dicht bebauten Megastädte schlagen – auch wenn man der einen oder anderen Wohnung durchaus mal eine Stütze ins Wohnzimmer stellen könnte…

Fotos: Bartholet, Doppelmayr, Leitner

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