Auto China 2024: Überraschende Campervielfalt

Auch in China werden Outdoor-Aktivitäten immer beliebter – am besten im eigenen Camper oder einer pfiffigen Umbaumöglichkeit für Pkw. Wir haben einige erstaunliche Entwicklungen entdeckt und teils in ihnen Platz genommen.

Star am Maxus-Stand: Der RV Life auf eDeliver-7-Basis. | Foto: G. Soller
Star am Maxus-Stand: Der RV Life auf eDeliver-7-Basis. | Foto: G. Soller
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Einer der Stars am Maxus-Stand war sicher der elektrische RV Life auf Basis des eDeliver 7 mit Aufstelldach einer der Stars. Dabei verbindet der Maxus den California mit dem Nugget-Grundriss, heißt: Sitzbank nach hinten, Küche seitlich, aber: Elektrisches Hubdach mittig mit Abstellfläche und Stehhöhe auch im Heck. All das machte einen soliden und durchdachten Eindruck.

Preis und Reichweite schränken die E-Camper (noch) ein

Als Van bietet er bis zu 370 km Reichweite nach WLTP und bis zu 1.125 kg Nutzlast. Von Ersterer dürften real noch rund 250 km übrig bleiben, von Letzerer vielleicht noch 300 bis 400 Kilogramm. Ist jetzt nicht die Welt, aber mal ein Anfang und wenn all das bezahlbar bliebe, was aktuell die größte Hürde sein dürfte, denn: Mit ratsamem 88-kWh Aku wären 47.990 Euro netto (57.108,10 Euro brutto) für den nackten Lieferwagen anzulegen. Da kriegt man in China schon bald den ganzen Camper dafür…trotzdem könnten Westfalia und Co ja mal rechnen…

Auch Ford selbst hatte zahlreiche Camper am Start: Der Transit ist auch in China ungewöhnlich stark und besitzt beim modernen 2,8-Tonner-Van gefühlt fast ein Monopol. Nutzt allerdings jetzt eine geliftete Version des Vorgängers, auf der Messe mit ähnlichem Schnitt wie der Maxus. Auch hier erwarten wir in Deutschland bald wieder das Duo Nugget-California, wobei VW sich hier mit dem kompakteren T7 etwas schwerer tun dürfte. Auch der ID.Buzz lässt als Camper noch auf sich warten.

Spannend war auch die Studie in Cybertruck-Optik mit Heckzelt, sowie generell auch der Pickup als Lastenträger mit Zelt oder Alkoven-Camperaufbau zu sehen war.  

GAC stellte den Minivan Y plus mit Dachzelt vor und schuf damit Raum für Fahrgäste und Utensilien innen – auch in China denkt man immer mehr über solche „Umbaucamper“ wie den Dacia Duster oder Skoda Enyaq nach, die man teils mit Dachzelt, teils mit zwei Betten innen(!) zu Minicampern macht.

Immer noch zu groß, aufwändig und teuer? Dann einfach Klappstühle, Campingtisch und einen Aufblassitz in den Kofferraum und los geht’s – auch in den flach bauenden Stromlimos – Hauptsache, sie haben eine große Heckklappe! Dann tut man sich auch mit der gewerblichen Zulassung leichter, die beim Wohnmobil tricky sein kann – wenngleich das oft die einzige Möglichkeit ist, die rollende Hütte überhaupt noch zu finanzieren.

Was bedeutet das?

Erstaunlich! Dass auf der Auto China gleich mehrere Campingkonzepte stehen würden, hätten wir so nicht gedacht. Aber auch in China wächst die Sehnsucht nach Natur du dem Leben am Lagerfeuer – oder zumindest der Möglichkeit, flexibel unterwegs sein zu könne, was mit Campern immer am besten geht!

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