Autobahnbaustellen - Fahrzeug zu breit für die linke Spur?

Schneller, tiefer, breiter - Rund 70 Prozent aller neu zugelassenen Automobile weisen, wie der ADAC feststellte, inzwischen eine Fahrzeugbreite von mehr als zwei Metern auf und sind damit gesetzlich zu breit für viele verengte linke Spuren an Autobahnbaustellen.

Große Limousinen, schwere SUV oder Transporter sind bereits ab Werk zu breit für verengte linke Spuren von Autobahnbaustellen, für die in der Praxis häufig nur für Pkw bis maximal zwei Meter Breite zugelassen sind. | Foto: GOSLAR INSTITUT
Große Limousinen, schwere SUV oder Transporter sind bereits ab Werk zu breit für verengte linke Spuren von Autobahnbaustellen, für die in der Praxis häufig nur für Pkw bis maximal zwei Meter Breite zugelassen sind. | Foto: GOSLAR INSTITUT
Julian Kral

Unter dem Motto "Schneller, tiefer, breiter" veredeln viele Tuning-Fans ihre Fahrzeuge und versuchen diesen dadurch mehr Individualität zu verleihen. Dabei werden, unabhängig von dieser Dreieinigkeit des Tunings, moderne Autos ohnehin ab Werk schon immer breiter. Darauf weist das Goslar Institut, eine Initiative des Versicherers HUK-Coburg, hin und bezieht sich auf eine Fesstellung des ADAC, laut der rund 70 Prozent aller neu zugelassenen Automobile inzwischen eine Fahrzeugbreite von mehr als zwei Metern aufweisen.

Damit sind große Limousinen, schwere SUV oder Transporter bereits ab Werk zum Beispiel zu breit für die verengten linken Spuren von Autobahnbaustellen, für die in der Praxis häufig nur für Pkw bis maximal zwei Meter Breite zugelassen sind. Doch das wissen viele Autofahrer laut Einschätzung des Versicherers offenbar nicht, beziehungsweise sie ignorieren die vorgegebene Maximalbreite und riskieren lieber ein Bußgeld von derzeit vergleichsweise harmlosen 20 Euro. Diese Fahrer übersehen allerdings, dass bei einem Unfall der Kasko-Schutz ihrer Versicherung durch die Überbreite des Autos eingeschränkt werden kann, mahnt der Versicherungsexperte.

Zudem droht ihnen wegen Mitschuld, dass die gegnerische Haftpflicht-Versicherung ihren Schadenersatz einschränkt. Nach Angaben des ADAC waren Autos der sogenannten Kompaktklasse, wie etwa der VW Golf, im Jahr 1978 im Mittel nur knapp 1,6 Meter breit. Seitdem wuchsen die Ausmaße von Fahrzeugen dieser Klasse auf knapp 1,8 Meter an. Rechnet man noch die Außenspiegel hinzu – und nur so ergibt sich das tatsächliche Außenmaß eines Autos – dann kommt schnell eine Breite von mehr als zwei Metern zusammen.

Deshalb rät der Versicherer Autofahrern dazu, sich genau über die Breite des eigenen Fahrzeugs zu informieren. Dazu reicht demnach nicht der einfache Blick in die Fahrzeugpapiere, denn darin ist in der Regel lediglich die Karosseriebreite ohne Außenspiegel aufgeführt – Diese Rückspiegel zählen aber nun mal mit zur tatsächlichen Fahrzeugbreite. Vor dem Hintergrund kann es im Zweifel sogar sinnvoll sein, selbst nachzumessen, empfehlen die Fachleute. Denn Unkenntnis schützt im Schadensfall nicht vor finanziellen Einbußen.

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