BDI fordert schnelleren, nachhaltigeren und effizienteren Güterverkehr

Es ist eine Mammutaufgabe: Die nächste Bundesregierung, sollte für mehr Klimaschutz im Güterverkehr rasch handeln. Der BDI sieht darin auch eine Standortsicherung und mahnt eine Aufholjagd der Schiene an.

Der Sonne entgegen: Der BDI fordert einen schnelleren Umbau im Güterverkehr hin zu klimafreundlichen Technologien, etwa Antrieb mit "grünem Wasserstoff", wofür es wiederum mehr regenerativen Strom aus Solar und Windkraft bräuchte. | Foto: Daimler
Der Sonne entgegen: Der BDI fordert einen schnelleren Umbau im Güterverkehr hin zu klimafreundlichen Technologien, etwa Antrieb mit "grünem Wasserstoff", wofür es wiederum mehr regenerativen Strom aus Solar und Windkraft bräuchte. | Foto: Daimler
Christine Harttmann
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht die nächste Bundesregierung vor einer Mammutaufgabe und hat eine dringende Steigerung von Nachhaltigkeit und Effizienz im Güterverkehr angemahnt. In einem 48-seitigen Grundsatzpapier legt der Verband "33 Handlungsoptionen für einen nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Güterverkehr" vor. Die Politik müsse im Güterverkehr und in der Logistik so bald wie möglich alle vorhandenen Hebel für mehr Effizienz zu nutzen, mehr in Infrastruktur investieren und klimaschonenden Innovationen den Weg ebnen, fodert Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer.

"Ein leistungsfähiger Güterverkehr und effiziente Logistikprozesse sind entscheidende Standortfaktoren und notwendige Voraussetzung für ehrgeizigen Klimaschutz", meint Lösch weiter.

Aus seiner Sicht müsse die nächste Bundesregierung "mit aller Kraft rasch und flächendeckend" den Aufbau von Lade- und Tankinfrastrukturen für alternative Antriebe und Kraftstoffe sicherstellen und sich für einen analogen Hochlauf in ganz Europa einsetzen. Diese Antriebs- und Kraftstoffarten seien die zentralen Stellschrauben für CO2-Minderungen im Verkehrssektor.

"Der Mehrbedarf an CO2-neutralen Energieträgern, insbesondere grünem Wasserstoff, droht absehbar das Angebot zu übersteigen", warnt der BDI.

Es brauche eine politische Zusage, dass grüner Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen sowohl durch heimische Produktion als auch über Importe möglichst rasch in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht. Zusätzliche Potenziale für weniger CO2-Emissionen im Güterverkehr sieht der Verbandschef bei Maßen und Gewichten für Lkw, der Länge von Güterzügen sowie dem Ausbau von Ad-Hoc-Verladestellen und Lkw-Oberleitungen.

"Für einen klimafreundlicheren und effizienteren Verkehr sollte die Politik bisher ungenutzte Instrumente endlich stärker einbeziehen", kritisiert der BDI-Mann.

Er fordert, die Bundesregierung müsse dem Güterverkehr auf der Schiene und über den Schiffsweg eine Aufholjagd ermöglichen. Mit einem Anteil von rund 18 Prozent bewältige die Schiene nur einen geringen Teil des Güterverkehrs in Deutschland. Nur mit massiven Investitionen in das Schienennetz und einer Senkung der zu hohen Systemkosten gewinnt die Schiene an Attraktivität. Auch in den Erhalt und Ausbau des deutschen Wasserstraßennetzes müssten deutlich mehr Mittel fließen, um das Potenzial der aus BDI-Sicht "sehr klimaeffizienten" Binnenschifffahrt stärker zu nutzen.

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