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Car2X: Daimler startet Kooperation mit BMW, Ford und Volvo

Wie lassen sich Informationen in Gefahrsituationen zwischen Autos weitergeben? - Die Autobauer wollen gemeinsam mit den Navigationsspezialisten Here und TomTom sowie sechs EU-Ländern, darunter Deutschland, erste Erkenntnisse für die mobile Vernetzung sammeln.

Informationsfluss: In einem Kooperationsprojekt großer OEMs und Navi-Spezialisten will man herausfinden, wie Daten am besten weitergegeben werden können. | Foto: Daimler
Informationsfluss: In einem Kooperationsprojekt großer OEMs und Navi-Spezialisten will man herausfinden, wie Daten am besten weitergegeben werden können. | Foto: Daimler
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Julian Kral
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Die Automobilhersteller Daimler, BMW, Ford und Volvo haben eine Kooperation bekannt gegeben, bei der sie untersuchen wollen, wie sich Informationen zu akuten Gefahrensituationen in Echtzeit per Car-to-X Technologie weitergeben lassen. Die Versuchsphase ist auf zwölf Monate ausgelegt und startet in den Niederlanden. Sie erfolgt in Zusammenarbeit mit HERE Technologies, TomTom sowie den Verkehrsbehörden der sechs europäischen Länder Deutschland, Spanien, Finnland, Luxemburg, den Niederlanden und Schweden, die das Projekt unterstützen. Erstmals würden damit führende OEM sowie Navigationsdienste an einer herstellerunabhängigen und EU-weiten Lösung arbeiten, warb der Daimler-Konzern. 

„Car-to-X Kommunikation hat das Potenzial, die Sicherheit auf den Straßen signifikant zu erhöhen. Mit diesem Projekt heben wir die bisherigen Ansätze auf eine neue Stufe: Erstmals sind viele leistungs- und reichweitenstarke Partner an Bord, so dass Gefahrenhinweise nahezu in Echtzeit eine große Anzahl an Verkehrsteilnehmern erreichen", glaubt Sajjad Khan, Executive Vice President, Member of Divisional Board, Mercedes-Benz, CASE.

Der Fokus des Projekts liegt auf sicherheitsrelevanten Verkehrsinformationen – auf EU-Ebene unter dem Stichwort „Safety Related Traffic Information“ (SRTI) diskutiert. Die Projektpartner setzen grundsätzlich auf eine technologieoffene Erprobung und Weiterentwicklung der Informationsflüsse durch die Car-to-X Technologie. Für das Pilotprojekt werden die bereits verbauten, mobilfunkbasierten Kommunikationssysteme genutzt. Diese sind erprobt und sofort einsatzfähig.

Wenn Autos miteinander sprechen

Nach der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding im Rahmen des ITS European Congress in Eindhoven haben die Projektpartner beispielhaft demonstriert, wie die Weitergabe der Informationen per Car-to-X Kommunikation abläuft. Drei Szenarien veranschaulichten die Informationsweitergabe. Dabei simulierte jeweils ein „Sender“ eine Pannen- oder Gefahrensituation:

  • Szenario 1: Der Fahrer eines Mercedes-Benz Fahrzeugs betätigt die Warnblinkleuchte.
  • Szenario 2: Der Fahrer eines BMW Fahrzeugs setzt über das Bordsystem einen Notruf ab („eCall“).
  • Szenario 3: Eine Verkehrsleitbehörde informiert über eine plötzliche Gefahr im Umfeld, etwa eine Wanderbaustelle.

Die beiden Senderfahrzeuge waren entlang einer Strecke vom Stadtzentrum bis zum Evoluon Congress Center in Eindhoven positioniert. Die „Empfängerfahrzeuge“ – Testfahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, BMW und Ford – fuhren diese Strecke entlang und simulierten so nachfolgende beziehungsweise entgegenkommende Autos in einer kritischen Verkehrssituation. Unmittelbar nach dem ersten Impuls der „Sender“ erhielten die Insassen der Empfängerfahrzeuge über die Bordsysteme einen Hinweis, skizziert der Hersteller weiter.

Vom Aggregator zum Creator: Aus Daten wird eine Warnmeldung

Jede der Aktionen setzt einen Impuls und damit den Datenfluss in Gang. Eine Meldung wird vom Sender – also dem Fahrzeug oder der Verkehrsbehörde – anonymisiert und in der Regel mobilfunkbasiert an einen so genannten „Aggregator“ übermittelt. Diese Rolle nehmen zum Beispiel die Experten für Navigationssysteme, TomTom und HERE, ein. Unter Realbedingungen soll der Aggregator die Informationen sammeln und sie zusammenführen, bis eine kritische Anzahl an Meldungen erreicht sei. Dann wird aus dem „Aggregator“ ein „Service Creator“: Er erstellt eine Warnmeldung.

Gegenstand der Untersuchung werden in den kommenden zwölf Monaten unter anderem Fragen der Datenkompatibilität und der cloudbasierten Datenverarbeitung sein. Die Sicherheit der Daten habe zu jedem Zeitpunkt des Projekts oberste Priorität, versichert der Hersteller. Der Informationsfluss finde für den Zeitraum des Pilotprojekts innerhalb eines geschlossenen „Ökosystems“ statt, zu dem lediglich die Projektpartner Zugang hätten. Daimler setzt für das Projekt ausschließlich die Testflotte ein, Kundendaten werden nicht erhoben.

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