Chromfolierungen von Fahrzeugen – nicht alles ist erlaubt

Als neuer Trend zählt das Bekleben von Fahrzeugen mit hochglänzender Folie. Die Experten des KÜS informieren, was erlaubt ist und was nicht.

Nicht alles ist erlaubt, was glänzt - werden Sonnenstrahlen oder das Licht, etwa von den Frontscheinwerfern entgegenkommender Autos, stark reflektieren, kann dies gefährlich für den Straßenverkehr und teuer für den Besitzer werden. (Foto: KÜS)
Nicht alles ist erlaubt, was glänzt - werden Sonnenstrahlen oder das Licht, etwa von den Frontscheinwerfern entgegenkommender Autos, stark reflektieren, kann dies gefährlich für den Straßenverkehr und teuer für den Besitzer werden. (Foto: KÜS)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei PROFI-Werkstatt von Anna Barbara Brüggmann)

Werden Fahrzeugen mit hochglänzenden sogenannten Chromfolierungen versehen, gibt es laut Experten des Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V. (KÜS) einiges zu beachten. So könnten den KÜS-Experten zufolge komplett mit Chrom- oder Spiegelfolie beklebte Fahrzeuge eine Gefährdung darstellen, da derartige Oberflächen Sonnenstrahlen oder das Licht zum Beispiel von den Frontscheinwerfern entgegenkommender Fahrzeuge stark reflektieren.

Dies kann andere Verkehrsteilnehmer irritieren oder sogar blenden, eine Verkehrsgefährdung könne dann nicht mehr ausgeschlossen werden. Kleinere verchromte oder mit Spiegelfolie beklebte Teilen, wie Radkappen, Stoßstangen oder Zierleisten werden hingegen nach Angaben des KÜS in der Regel toleriert.

Die Experten verweisen in diesem Zusammenhang auf §19 (2) der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, in dem geregelt wird, welche Änderungen zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen. Dies könne der Fall sein, wenn von einer willentlichen Veränderung an einem Fahrzeug zur Teilnahme am Straßenverkehr eine Gefährdung zu erwarten sei.

Bei einer Vollverklebung ist das nach Aussagen der KÜS-Experten zu erwarten. Für die Maßnahmen, die ein Erlöschen der Betriebserlaubnis nach sich ziehen, falle dann ein Bußgeld von 50 Euro an, Konsequenz sei zudem ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

Werde ein vollverklebtes Fahrzeug durch die Polizei sichergestellt, könnte dies ebenfalls erhebliche Kosten für die Stilllegung und die Verbringung des Fahrzeuges zur Folge haben. Die Bewertung des Gefährdungspotenzials durch die reflektierende Wirkung eines derart verspiegelten Fahrzeugs erfolgt laut KÜS im Einzelfall.

Entscheidend sei die Beschaffenheit der jeweiligen Folie, etwa der Reflexionsgrad, und die Anbringung am Fahrzeug, also Stelle sowie Größe der Folierung. Empfehlenswert ist es daher – wie bei allen vorgesehenen Änderungen am Fahrzeug,vorab einen Prüfingenieur oder Sachverständigen zu Rate zu ziehen.

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