Corona-Pandemie: SaniStop hilft Lkw-Fahrern bundesweit

Die Corona-Pandemie beschert Lkw-Fahren sanitäre Probleme besonders abseits der Autobahn. Mittlerweiler erhalten sie Unterstützung durch die Initiative #LogistikHilft, DocStop, den BGL und das Bundesverkehrsministerium sowie weiteren Helfern.

Pause ohne sanitäre Einrichtung: Fehrenkötter-Fahrer Erlenfried Galuba vor verschlossener Tür | Foto: Daimler AG
Pause ohne sanitäre Einrichtung: Fehrenkötter-Fahrer Erlenfried Galuba vor verschlossener Tür | Foto: Daimler AG
Torsten Buchholz

Während des Corona-bedingten Lockdowns war es für viele Lkw-Fahrer unmöglich, sanitäre Anlagen und Waschgelegenheiten zu nutzen. Erlenfried Galuba, Fahrer bei der Spedition Fehrenkötter aus Ladbergen, berichtet:

„Im Alltag dürfen wir normalerweise die Waschräume der Kunden benutzen. Aber seit Beginn der Corona-Krise sind viele sanitäre Einrichtungen für uns Lkw-Fahrer geschlossen. Jedes Unternehmen hatte erst mal an die eigenen Mitarbeiter gedacht. Wir sind da durchs Raster gefallen!“

Galubas Chef wollte sich damit nicht abfinden: Joachim Fehrenkötter ist geschäftsführender Gesellschafter der Spedition Fehrenkötter und außerdem 1. Vorsitzender von DocStop e.V., einem Verein, der sich bereits seit 2007 für die ambulante medizinische Versorgung von Lkw-Fahrern einsetzt. Nun fand DocStop in dem durch die Corona-Krise ausgelösten sanitären Notstand ein weiteres wichtiges Betätigungsfeld. Resultat: Innerhalb von nur einer Woche hatte DocStop ein Netzwerk von 150 Unternehmen in Deutschland geschaffen, die ihre Waschräume Lkw-Fahrern während der Pandemie zur Verfügung stellen wollten. Das war die Geburtsstunde der DocStop-Initiative SaniStop. Fehrenkötter:

„Alle reden mit größtem Respekt von den Helden auf der Straße, die in der Krise unsere Versorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs sicherstellen, aber keiner lässt unsere Mitarbeiter Hygieneeinrichtungen nutzen, obwohl das in diesen Zeiten oberstes Gebot ist.

Einen Kooperationspartner fand der Spediteur wenige Tage nach Verkündung des Lockdowns in Ralf Merkelbach, Key Account Manager für Großflotten in Europa bei BPW Bergische Achsen KG: Er hatte die Idee, an Brennpunkten mobile Sanitärcontainer aufzustellen. Prominente Unterstützung gesellte sich hinzu: Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), die Logistics Alliance Germany und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie eine Reihe von Spendern aus der Wirtschaft unterstützten die Maßnahmen und integrierten sie in die vom Fraunhofer IML gegründeten Brancheninitiative #LogistikHilft. Die Schirmherrschaft übernahmen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und der Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger, Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik.

Auch die Daimler Truck AG schloss sich dem Unterstützerkreis an und stellte 7.500 Euro für den Unterhalt und die Pflege von Hygieneeinrichtungen bereit. Solche Sanitär-Container gibt es zum Beispiel nun in unmittelbarer Nähe des Mercedes-Benz Werks Ludwigsfelde bei Berlin oder im Güterverkehrszentrum (GVZ) Bremen. Auf der DocStop-Website www.docstop.eu lässt sich nachschauen, wo überall SaniStop-Container entlang einer Tour vorhanden sind. Damit sind die Fahrer auf der sicheren Seite.

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