Coronavirus: Infektionsrisiko für das Fahrpersonal senken

Die Arbeitsmediziner des gesetzlichen Versicherers BG Verkehr geben Ratschläge, wie sich die Risiken für das Fahrpersonal im Güterkraftverkehr im Zusammenhang mit der Coronakrise reduzieren lassen.

Viele Fahrer und Fahrerinnen sind unterwegs, um auch in Zeiten der Coronakrise die Versorgung der Bevölkerung aufrecht zu halten | Foto: planet_fox auf Pixabay
Viele Fahrer und Fahrerinnen sind unterwegs, um auch in Zeiten der Coronakrise die Versorgung der Bevölkerung aufrecht zu halten | Foto: planet_fox auf Pixabay
Torsten Buchholz
(erschienen bei Transport von Torsten Buchholz)

Um die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Waren unterbrechungsfrei gewährleisten zu können, müssen sich Mitarbeitende der Transportunternehmen auch in Risikogebiete begeben. Aufgabe der Unternehmen ist es, die Mitarbeitenden bestmöglich vor einer Infektion durch das Coronavirus zu schützen.

Dr. Jörg Hedtmann, Präventionsleiter der BG Verkehr sagt:

„Es gelten dafür zunächst einmal die Empfehlungen des Robert Koch Institutes (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Im Arbeitsalltag sind Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit kompetente Ansprechpartner“,

Allerdings gibt es für die Verkehrsbranche eine Reihe spezifischer Fragen. Hierzu hat die BG Verkehr einen Frage- und Antwortenkatalog auf Ihrer Website veröffentlicht. Der Katalog wird permanent erweitert und aktualisiert.

Direkte Kontakte in Risikogebieten vermeiden

Bei Lade- und Entladestellen sollten die Fahrer und Fahrerinnen möglichst keinen Kontakt zu Mitarbeitenden des Warenempfängers beziehungsweise Versenders haben. Kontakte an der Laderampe sollten ebenso vermieden werden wie ein direkter Kontakt bei der Abfertigung der Frachtpapiere. Darauf sollten die Verantwortlichen in den Transportunternehmen in Abstimmung mit den Kunden hinwirken.

Aus Risikogebieten zurückkehrendes Fahrpersonal sollte wiederum keinen persönlichen Kontakt zur restlichen Belegschaft haben. Treten innerhalb von 14 Tagen nach der Rückkehr gesundheitliche Beschwerden wie Husten oder Fieber auf, sollten sich die Fahrer umgehend beim Gesundheitsamt und beim Arzt melden.

Hygienemaßnahmen in der Fahrerkabine

Bei wechselnden Fahrzeugbesetzungen kommt aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr der Hygiene eine hohe Bedeutung zu. Das Fahrpersonal sollte selbstverständlich eigene Laken, Decken und Handtücher verwenden, die nach Tourende bei mindestens 60 Grad Celsius gründlich gereinigt werden. Oberflächen sollten nach Fahrtende gründlich gereinigt werden. Dazu ist kein Desinfektionsmittel nötig, sondern es reicht ein normaler Haushaltsreiniger.

Die Mitgabe von Desinfektionsmitteln auf die Tour ist nur dann empfehlenswert, wenn die Fahrer keine Möglichkeit haben, sich unterwegs die Hände zu waschen.

Kontakt mit Waren oder Paketen wohl ungefährlich

In verschiedenen Medien ist zu lesen, dass das Coronavirus bis zu drei Tagen auf Flächen aus Metall, Kunststoff etc. nachweisbar ist. Allerdings sind bislang keine Fälle bekannt geworden sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Oberflächen importierter Waren oder Paket- und Postsendungen gekommen ist. Auch bei derSARS-Epidemie 2002/2003 gab es dazu keinerlei Hinweise. Eine Infektion mit SARSCoV-2, also dem Coronavirus, über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines symptomatischen Patienten gehören, erscheint nach Einschätzung der BG Verkehr daher sehr unwahrscheinlich. Die Einhaltung der Regeln zum Händewaschen (20 bis 30 Sekunden) und die Vermeidung von Gesichtskontakten mit der Hand können das Infektionsrisiko in jedem Fall weiter mindern.

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