Der „big one“ - Die nächste Generation des Intensivtransportwagens

Intensivtransportwagen (ITW) sind im wahrsten Sinne des Wortes rollende Intensivstationen. Der Rettungsdienst in Bayern setzt für seine nächste Generation nun erstmals auf ein Basisfahrzeug der 12-Tonnen-Klasse, den vollluftgefederten Eurocargo 120 E 28 FP von IVECO oder auch „big one“, so die interne Bezeichnung.

Als Basisfahrzeug des ITW des bayerischen Rettungsdienstes dient mit dem IVECO Eurocargo 120E28 FP erstmals ein 12-Tonner.| Foto: IVECO
Als Basisfahrzeug des ITW des bayerischen Rettungsdienstes dient mit dem IVECO Eurocargo 120E28 FP erstmals ein 12-Tonner.| Foto: IVECO
Julian Kral

Intensivtransportwagen (ITW) sind im wahrsten Sinne des Wortes rollende Intensivstationen. Mit ihnen können schwerstkranke Patienten auch dann noch verlegt werden, wenn ein Transport im Rettungs- oder Notarztwagen apparativ nicht mehr möglich oder ein Lufttransport zu riskant ist. Dafür werden in Bayern an fünf Standorten insgesamt sechs Fahrzeuge der neuen ITW Klasse plus ein Reservefahrzeug vorgehalten. Die bayerischen ITW verfügen über eine hochspezialisierte Medizintechnik-Ausstattung, u.a. mit Beatmungsgeräten für klinische Beatmungsmuster, Überwachungsmonitoren und der Möglichkeit zur Bestimmung von Blutwerten und Laborparametern während des Transports.

Als Basisfahrzeug des ITW des bayerischen Rettungsdienstes dient mit dem IVECO Eurocargo 120E28 FP erstmals ein 12-Tonner. Das Auf- und Ausbaukonzept wurde von Fahrtec zusammen mit den bayerischen ITW-Betreibern einem Update unterzogen und auf den aktuell notwendigen Stand von Medizin und Technik gebracht. Am Heck der ITW ist eine hydraulische Ladebordwand angebracht, damit das Tragensystem patientenschonend ein- und ausgeladen werden kann.

Diese Gewichtsklasse war laut IVECO notwendig, da zur Verbesserung des Fahr- und Patientenkomforts eine Vollluftfederung an Vorder- und Hinterachse sowie eine Wandlerautomatik eingesetzt werden sollte, was in dieser Kombination am Markt üblicherweise erst ab dieser Tonnage verfügbar ist. Zudem kam ein Fernfahrerhaus zum Einsatz, weil ein leicht nach hinten versetzt ein dritter Einzelsitz gefordert wurde. Für beste Wendigkeit wurde zudem das Fahrgestell auf 3.960 mm eingekürzt.

Um den Fahrer in seinen Stresssituationen weitestgehend zu entlasten, überträgt ein vollautomatisches Allison Automatikgetriebe die Kraft von 280 PS an die Hinterachse. Aufgrund der patentierten HiSCR Technologie kommt der Eurocargo ohne Abgasrückführung und damit ohne Partikelfilterregeneration aus. Das soll größtmögliche Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit bei Notfalleinsätzen geben, so der Hersteller.

Printer Friendly, PDF & Email