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Düsseldorf ist Deutschlands langsamste Großstadt

Eine Analyse des Verkehrsflusses in deutschen Großstädten bringt Düsseldorf den Titel als langsamste Stadt. Dabei sorgt fließender Verkehr nicht nur für weniger Stress, er wirkt sich auch positiv auf Schadstoffemissionen aus.

Einer Studie von BVL.digital und Here Technologies zufolge fließt der Verkehr in Düsseldorf im Tagesdurchschnitt am langsamsten. | Symbolbild; Foto: Marco2811/AdobeStock
Einer Studie von BVL.digital und Here Technologies zufolge fließt der Verkehr in Düsseldorf im Tagesdurchschnitt am langsamsten. | Symbolbild; Foto: Marco2811/AdobeStock
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Julian Kral
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Matthias Pieringer)

BVL.digital und Here Technologies haben auf dem Deutschen Logistik-Kongress 2019 eine Analyse des Verkehrsflusses in deutschen Großstädten vorgestellt. Grundlage der Untersuchung sind 58 Milliarden Verkehrsdatenpunkte und die Einschätzungen von rund 400 Logistikern.

35,6 km/h im Tagesdurchschnitt

Ein Ergebnis der Studie: Mit 35,6 km/h im Tagesdurchschnitt auf den Hauptverkehrsadern fließt der Verkehr in Düsseldorf deutschlandweit am langsamsten. Aber auch in Köln, Stuttgart, Frankfurt oder Hamburg steigt die Tachonadel, so die Analyse, nicht höher als 38 km/h. Im Gegensatz dazu zählen Bremen und Dresden mit jeweils 42 und 41 km/h zu den Spitzenreitern. Blickt man auf die nachmittägliche Rushhour, scheint sich laut Studie in ganz Deutschland bereits ein Tempo von 30 km/h etabliert zu haben. In Berlin und Frankfurt bewegt sich der Verkehr teilweise sogar nur mit 17 km/h.

58 Milliarden Verkehrsdatenpunkte ausgewertet

Möglich wurde diese Vermessung des Großstadtverkehrs durch die Analyse von 58 Milliarden Verkehrsdatenpunkten. Die Navigationssysteme vieler deutscher Automobilhersteller sind den Angaben zufolge mit dem IT- und Geodatendienstleister Here Technologies verbunden. Die Messung der Geschwindigkeit beruht damit auf den anonymisierten Bewegungsdaten der Pkw und Nutzfahrzeuge. Um eine Vergleichbarkeit der Daten zwischen den Städten sicherzustellen, wurden laut BVL.digital nur Straßen der gleichen Größenklassifikation und Geschwindigkeitsbegrenzung einbezogen.

400 Logistikexperten befragt

Die Einschätzungen und Bewertungen aus der Logistikpraxis wurden durch eine Befragung von 400 Logistikexperten aus dem Netzwerk der Bundesvereinigung Logistik (BVL) gewonnen. Auch sie beurteilen demnach die logistische Erreichbarkeit in Dresden, Bremen und auch Leipzig besser als in Stuttgart oder Köln. Als größte Problemfelder im städtischen Straßenverkehr sehen Logistiker vor allem die Verkehrsleitung, also Ampelschaltungen und Geschwindigkeitsregelungen, aber auch fehlende Park- und Haltemöglichkeiten für die Warenauslieferung.

Was Logistiker selbst tun wollen

53 Prozent der befragten Logistiker wollen mehr Nachtlieferungen ausführen, 44 Prozent wollen intensiver mit anderen Unternehmen kooperieren. Zum Repertoire zählt außerdem die strategische Standort- und Netzwerkplanung, diese ist bei 52 Prozent bereits Praxis und bei 24 Prozent in Planung. Dynamische Software für die Tourenplanung setzen 47 Prozent der Befragten bereits ein, während weitere 31 Prozent dies zukünftig tun wollen. Ein dynamisches Zeitfenstermanagement betreiben 31 Prozent der Umfrageteilnehmer, weitere 39 Prozent haben dies in Planung.

Ein besserer Verkehrsfluss in der Stadt wirke sich nicht zuletzt mindernd auf die Schadstoffemissionen aus. Als direkter Effekt reduziere eine höhere städtische Geschwindigkeit deutlich die Emission von Kohlendioxid, Stickoxid und Feinstaub. Als indirekter Effekt könne eine höhere Geschwindigkeit ermöglichen, Fahrzeugkapazitäten im KEP-Verkehr einzusparen, teilte BVL.digital mit.

Die Studienergebnisse stehen unter acceleratingurbanlogistics.com zur Verfügung.

Die im Oktober 2018 gegründete BVL.digital GmbH ist eine Tochterorganisation der Bundesvereinigung Logistik (BVL). BVL.digital hat die Aufgabe, neue digitale Tools und Dienstleistungen zu erarbeiten, die das Angebot für die Mitglieder weiterentwickeln und ergänzen.

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