E-Hypersportwagen Alieno Arcanum bringt bis zu 5.200 PS

Mit einem Antrieb aus bis zu 24 (Radnaben-) Motoren soll es der bulgarische Hypersportwagen in vier Leistungsstufen auf bis zu 5.200 PS und bis zu 8.880 Nm Drehmoment bringen.

Der Alieno Arcanum bietet bis zu 5200 PS aus dann 24 Radnabenmotoren. | Foto: Alieno
Der Alieno Arcanum bietet bis zu 5200 PS aus dann 24 Radnabenmotoren. | Foto: Alieno
Claudia Leistritz
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Elektrische Hypersportwagen der 1000-PS-plus-Klasse gibt es mittlerweile zumindest als Einzelstücke und/oder Studien fast wie Sand am Meer. Doch der Der Alieno Arcanum setzt bei dem völlig aus dem Ruder gelaufenen Leistungswettrennen noch mal eins drauf: er startet bei mindestens 2.610 PS und bietet bis zu 5200 Pferde. Das Antriebskonzept besteht aus mehreren Radnabenmotoren: Drei pro Rad sind es in der „Basisversion“, optional gibt es aber auch vier, fünf oder eben gar sechs Antriebe, so dass der Bulgare mit zwölf bis 24 Motoren vorfährt!

Die Modellversionen bezeichnen die PS-Zahlen in tausend, wobei man da großzügig abrundet: Der RP2 bietet 2.610 PS, der RP3 hat 3.481 PS, der RP4 dann 4.351 PS und das Topmodell RP5 bietet schließlich 5.221 PS. Die maximalen Drehmomente liegen weit über den Topwerten schwerster Nutzfahrzeuge, die aktuell maximal 3500 Nm auffahren. Der Alieno Arancum würde dagegen bei 4.440 Nm starten, der RP3 bietet 5.920 Nm, der RP4 dann 7.400 Nm und der RP5 als Topmodell 8.880 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit? Startet für alle bei über 488 km/h. Da man das auf öffentlichen Straßen eher schlecht ausfahren kann, gibt es alle Modelle in einer Race-, Track- oder auch Straßenvariante.

Bodenständiger wäre die riesige Karosserie: Das Chassis besteht aus Kevlar, Karbon und Alu in klassischer Verbundbauweise. Die Karosserie entsteht aus einem Kevlar-Karbonmix. Für optimalen Abtrieb unter allen Fahrbedingungen sollen neben Luftführungselementen in der Karosserie aktive Aero-Elemente in Form von Flügeln, Luftklappen und Unterbodenelementen sorgen. Bei der Größe gehen die Bulgaren ebenfalls in die Vollen: Der Hypersportler ist 5,24 Meter lang, knapp 2,18 Meter breit, aber wenigstens nur 1,2 Meter hoch. Optisch und mit den Schmetterlingstüren erinnert er jedoch sehr stark wie ein Lamorghini Aventador mit Bugatti-Elementen und extra Spoilern. Hier setzt er keine wirklichen Akzente.  

Von Lamborghini kennt man auch die Superkondensatoren. Zusammen mit der Graphen-Batterie speichern sie die Energie – und geben sie bei Bedarf genauso schnell schnell wieder ab. Man startet laut Hersteller bei bescheidenen 60 kWh Kapazität, darüber rangieren Versionen mit 120 kWh und 180 kWh. Wenn man schön brav fährt, kann man laut Alieno so 340, 680 oder eben 1.020 Kilometer weit kommen.

Völlig abgefahren sind wegen der Supercaps auch die theoretischen Ladeleistungen: Man könnte mit bis zu 2.700 kW(!) laden und hätte seine Akkus so in nur knapp drei Minuten wieder zu 80 Prozent gefüllt. Wer sich mit realistischeren 350 kW-Ladeleistung begnügen muss, lässt aber trotzdem noch schnell: Dann dauert es zwischen acht und 14 Minuten. Viel langsamer ist da der bordeigene Lader, der wie so viele andere Autos nur 22 kW schafft. Dann hängt der Hypersportler mit 180 kWh-Akku schon mal eher acht Stunden plus am Stecker. Konkrete Ladezeiten nennen die Bulgaren hier aber nicht.

Große Akkus und viele Motoren bedeuten (zu) hohe Leergewichte

Noch nicht so ganz durchdacht scheint uns das Gewicht der Akkus: Während die Basisversion (zwölf Motoren, 60-kWh-Akku) noch bei geschmeidigen 1,6 Tonnen startet, summieren sich die 24 Antriebe mit dem 180-kWh-Block zu 2,9-Tonnen Leergewicht– womit man jenseits aller Groß-SUV steht. Zum Verzögern sind Karbon-Keramik-Bremsen mit Zehnkolben-Zangen angedacht, die sich in die  vier Zentimeter starken sowie 440 Millimeter Durchmesser messenden Bremsscheiben krallen. Die Radgrößen kommen ebenfalls nahe an die 22,5 Zoll von Schwer-Lkw: Vorn steht der Arcanum auf 20, hinten auf 21 Zoll .

Innen machen die Bulgaren blau: bläulich leuchtende Touchscreens dominieren den Hypersportwagen, Tasten gibt es praktisch keine, dazu kommt natürlich eine umfangreiche Sprachsteuerung. Die Ambientebeleuchtung kann man aber vom kühlen Tech-blau auch in andere Farbtöne ändern – die Kühle einer Raumstation bleibt aber.

Mittlerweile kann der Alieno Arcanum auch bestellt werden. Die Autoklaven und Roboter für das Karosseriebacken und –bestücken stehen, wenn auch die Fotos dazu echt wild und handgeschnitzt sind! Ab Bestelldatum muss man dann je nach Version zwischen 18 und 30 Monaten Geduld mitbringen. Die Preise sind trotzdem erstaunlich günstig: Sie reichen in der Basis von 750.000 und 1,5 Millionen Euro ohne Steuern.

Was bedeutet das?

Wer einen Alien als Markenzeichen trägt und Leistungen auffährt, die echt nicht von dieser welt sind, hat zumindest Beachtung verdient. Und bevor sich der Chef den teuren Bugatti oder Koenigsegg bestellt, kann er sich für viel weniger Geld den viel stärkeren Alieno Arcanum holen. Man darf gespannt sein, ob die Produktion jetzt wie geplant anläuft und die Hypercars tatsächlich auf die Straße kommen.

Printer Friendly, PDF & Email