Europa: Brennstoffzelle soll bald auch Fernbusse antreiben

Ein Konsortium, an dem FlixMobility, Freudenberg Fuel Cell e-Power Systems und die ZF Friedrichshafen AG beteiligt sind, will den ersten wasserstoffbetriebenen Fernbus Europas entwickeln. Gemeinsam haben sie dafür das Forschungsprojekt HyFleet gestartet.

FlixMobility, Freudenberg und ZF arbeiten im Rahmen von HyFleet an einem Brennstoffzellensystem und -bus für den Fernlinienverkehr. (Grafik: Freudenberg)
FlixMobility, Freudenberg und ZF arbeiten im Rahmen von HyFleet an einem Brennstoffzellensystem und -bus für den Fernlinienverkehr. (Grafik: Freudenberg)
Christine Harttmann
(erschienen bei busplaner von Claus Bünnagel)

FlixMobility beteiligt sich gemeinsam mit Freudenberg Fuel Cell e-Power Systems und ZF Friedrichshafen AG an dem kürzlich gestarteten Forschungsprojekt HyFleet. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines hochleistungsfähigen Brennstoffzellensystems für Fernbusse. FlixMobility plant, brennstoffzellenbetriebene Busse bis 2024 im europäischen Fernverkehr zu testen und einzuführen. Das Projektteam erhielt kürzlich die offizielle UIA (unverbindliche Inaussichtstellung) einer Finanzierung des Vorhabens durch das Bundesverkehrsministerium. Ebenfalls beteiligt ist die gemeinnützige Klimaschutzorganisation atmosfair sowie im weiteren Verlauf des Projekts ein europäischer Bushersteller. In der ersten HyFleet-Phase entwickelt Freudenberg ein Brennstoffzellensystem mit hoher Reichweite, das direkt in einem Demonstrationsbus getestet wird.

Wir sind stolz darauf, Teil des HyFleet-Projekts zu sein und gemeinsam mit Freudenberg und ZF bis 2024 den ersten brennstoffzellenbetriebenen Fernbus in Europa zu entwickeln. Brennstoffzellen als Antriebstechnik sind Teil der grünen Mobilitätsrevolution und eröffnen Herstellern die Chance, die Zukunft der nachhaltigen Mobilität zu gestalten. Es freut uns zu sehen, dass die Bundesregierung die Notwendigkeit erkennt, die Dekarbonisierung des Verkehrssektors zu beschleunigen und den kollektiven Verkehr dabei unterstützt. Unser Ziel ist es, nachhaltige und bezahlbare Mobilität für alle zu ermöglichen und zeitgleich unseren Beitrag zur angestrebten CO2-Neutralität von Deutschland und der EU zu leisten. (André Schwämmlein, Mitgründer und CEO von FlixMobility) 

FlixBus setzt auf Brennstoffzellen

Bislang launchte FlixMobility bereits biogasbetriebene Fernbusse, E-Busse in Frankreich und Deutschland sowie einen mit Solarzellen ausgestatteten Fernbus. Bei einer Fahrt mit dem Fernbus verursacht jeder Fahrgast einen Ausstoß von 26 g COpro gefahrenem Kilometer. Auf einer Reise von München nach Berlin entspricht dies 15,6 kg CO2. Das ist eine sehr geringe Menge verglichen mit einem Flug, der auf der gleichen Strecke rund 143 kg CO2-Äquivalente verursacht. FlixMobility geht davon aus, dass die Brennstoffzellenbusse, die mit grünem Wasserstoff betrieben werden, bis zu 100 % der Emissionen einsparen und somit 0 g CO2-Äquivalente verursachen. Wasserstoff bietet Chancen, da mit ihm die geforderte Reichweite von mindestens 500 km ermöglicht werden kann und die Betankungszeit der eines Dieselbusses entspricht. In der Zukunft können demnach Brennstoffzellenbusse die Euro-6-Dieselbusse der FlixBus-Flotte ersetzen. FlixMobility plant, für den Betrieb ausschließlich grünen Wasserstoff zu verwenden, der mit erneuerbaren Energien hergestellt wurde. Hierfür arbeitet das Unternehmen mit Infrastruktur- und Energieanbietern zusammen.

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