Fahrzeugsicherheit: Beim Reifenwechsel Fahrwerk checken

Der Kfz-Dämpfungs-Spezialist Bilstein rät zur Überprüfung von Stoßdämpfern, Federn und Luftfederelementen beim saisonbedingten Reifenwechsel.

Foto: Bilstein
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Torsten Buchholz

Wie mild oder frostig der Winter auch war: Das Fahrwerk wird durch Streusalz und Frostaufbrüche in der kalten Jahreszeit besonders stark belastet. Der saisonale Reifenwechsel im Frühling, der heute überwiegend in der Fachwerkstatt erfolgt, ist deshalb ideal für eine gründliche Kontrolle.

Da das Auto sowieso schon auf der Hebebühne ist, sind die Mehrkosten meist überschaubar. Der regelmäßige Fahrwerkcheck, der nach dem Winter oder spätestens alle 20.000 Kilometer durchgeführt werden sollte, ist wichtig für die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs. Insbesondere durch defekte oder verschlissene Stoßdämpfer steigt das Risiko, dass das Fahrzeug ausbricht. Vor allem bei schnellen Kurvenfahrten oder abrupten Ausweichmanövern verlieren die Reifen schnell an Bodenhaftung. Zudem verlängert sich der Bremsweg um bis zu 20 Prozent und das Aquaplaning-Risiko steigt.

Sichtprüfung durch Experten

ABS und ESP können diesen Effekt nur bedingt kompensieren, da ihre Wirksamkeit durch stark verschlissene Stoßdämpfer erheblich gemindert wird. Viele Schäden entlarvt das Auge des Experten bereits bei der Sichtprüfung: etwa Rost. Er kann dazu führen, dass Federn brechen oder die Stoßdämpfer undicht werden und somit an Dämpfkraftverlieren. Daneben leiden aber auch Staubschutzrohre, Anschlagpuffer, Gummimanschetten und Kunststoffelemente. Sie alle können verschleißen, schadhaft werden oder sogar komplett verlorengehen. Insbesondere niedrige Temperaturen sorgen dafür, dass Materialien aller Art verspröden oder durch Frostbildung sogar regelrecht aufgebrochen werden. Plötzliche Anregungen des Fahrwerks, etwa durch Schlaglöcher, wirken sich dann besonders fatal aus.

 

Fahrzeuge mit Luftfedern bilden hier übrigens keine Ausnahme: Erstens verfügen auch sie über konventionelle Stoßdämpfer und zweitens sind gerade sie anfällig für Undichtigkeiten. Betroffen sind hiergleichermaßen Leitungen und Luftfederbälge. Zwar wird ein gewisser Schwund vom Kompressor ausgeglichen, doch durch diese permanente Mehrarbeit kann auch er auf Dauer Schaden nehmen.

Bei konventionellen Fahrwerken ergänzt der Stoßdämpferprüfstand idealerweise die Sichtprüfung. Vorsicht ist allerdings bei modernen Luftfahrwerken mit aktiver Regelung geboten, da hier unter Umständen „Phantom“-Defekte angezeigt werden.

Bilstein-Experte Mustafa Yavuzer sagt:

„Da das Fahrzeug während der Prüfstands-Simulation in Wirklichkeit steht, schalten die Systeme in der Regel in den höchsten Komfortmodus, der lediglich  für niedrige Geschwindigkeiten ausgelegt ist. Da der Test jedochnormalen Fahrbetrieb simuliert, heben die Räder schneller ab. Dieses führt dann zu der falschen Annahme, dass das Fahrwerk defekt ist.“

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