Formel E in Monaco: Mercedes ist zurück, Jaguar und DS blieben stark

Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne gewann den E-Prix in Monaco und ist nun führend in der WM-Wertung.

So kamen die ersten drei Wagen ins Ziel: Der EQ vor dem Jaguar und dem DS. | Foto: Mercedes-Benz
So kamen die ersten drei Wagen ins Ziel: Der EQ vor dem Jaguar und dem DS. | Foto: Mercedes-Benz
Christine Harttmann
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

In Monaco kam Mercedes zurück: Allerdings nicht mit de Vrijs, sondern mit Vandoorne, der schon in der Qualifying-Gruppe A stark performte und einen vierten Startplatz herusfuhr. Weit genug vorn, um sich am Ende den Sieg im Rennen zu sichern! Dabei fiel er weniger durch Zweikämpfe als durch überlegte Zurückhaltung auf, um die Energie bestmöglich zu nutzen. Was ihm im Kampf um die Spitze mit Mitch Evans half: Denn der Jaguar Pilot musste am Ende massiv Strom sparen, während Van Doorne noch powern konnte. Dabei fiel ihm die Führung sozusagen in den Schoß, da Pascal Wehrlein mit einem technischen Defekt ausschied.

Als dann Andre Lotterer und Oliver Rowland kollidierten, zehrte eine safety-Car-Phase den ganzen Vorsprung von Vandoorne wieder auf. Doch der Restart gelang ihm so, dass er sich wieder vom Feld absetzen konnte und zügig zum Sieg fahren konnte. Und wie in der Formel 1 ist Monaco auch in der Formel E etwas Besonderes, wie Vandoorne anmerkt:

„Monaco ist eines dieser ganz besonderen Rennen, das jeder Fahrer gewinnen möchte. Ich habe hier 2015 schon in der GP2 gewonnen.“

Interessant ist auch Vandoornes Änderung der Taktik im Mindeset:

„Ich habe das Gefühl, dass ich schon die gesamte Saison über an der Spitze mitkämpfe. Ich bin ein paar Mal auf die Pole-Position gefahren, konnte diese aber nicht in Siege umsetzen. Also habe ich mir an diesem Wochenende gedacht, dass ich nicht auf die Pole fahre und stattdessen das Rennen gewinne. Die Taktik ist aufgegangen."

Für seinen Teamkollegen Nyck de Vries, letztes Jahr Fahrer-Weltmeister, läuft es in dieser Saison dagegen gar nicht rund: Bisher kam er immer wieder nach vorn, schaffte aber nur wenige Siege und musste schon einige Male ganz auf wichtige Punkte verzichten. Er schaffte die Bestzeit im ersten Freien Training und im Qualifying der Gruppe B fehlten ihm nur wenige Tausendstelsekunden auf die Bestzeit von Mitch Evans: Allerdings blieb er in der Duellphase langsamster Pilot, was ihm auch einen schlechteren Startplatz bescherte. Womit de Vries im Mittelfeld gefangen blieb, aus dem er sich nicht wirklich befreien konnte: Am Ende holte er mit Rang zehn immerhin noch einen Zusatzpunkt für Mercedes.

Schlimmer lief es für Porsche: im Rennen führte Pascal Wehrlein, doch wegen des technischen Defekts musste er das Rennen beenden statt oben auf dem Treppchen zu stehen. Und als Lotterer mit Rowland kollidierte, war auch für den zweiten Porsche das Rennen gelaufen.

Gestärkt gingen dagegen Jaguar und DS Techeetah aus Monaco hervor: Mitch Evans holte Rang zwei, während DS mit Jean Eric Vergne auf Rang drei und Antonio Felix da Costa Platz fünf, womit das Team weiter vorn mitfährt. Auch Envision konnte mit Robin Friijns einen vierten Platz und mit Nick Cassidy einen siebten Platz holen, wobei sogar noch mehr drin gewesen wäre. Rang acht ging an Sebastien Buemi auf Nissan E-dams und Platz neun holte Jake Dennis auf Andretti.

In der Fahrerwertung führt jetzt Stoffel Vandoorne mit 81 Zählern vor Jean-Eric Vergne mit 75 Punkten und Mitch Evans mit 72 Zählern. Bei den Teams liegt wieder Mercedes EQ mit 120 Zählern vor DS Techeetah mit 107 Punkten. Rang drei belegt Jaguar TCS mit 94 Punkten vor Envision Racing.

Was bedeutet das?

Monaco ist auch in der Formel E eines der glamourösen und wichtigen Rennen. Und aktuell trennt sich gerade etwas die Spreu vom Weizen: während Mercedes EQ, Jaguar, DS und Envision immer wieder vorn oder gar um die Spitze mitfahren, schaffen Porsche, Rokit, Andretti und Nissan im Mittelfeld immer noch keine starke Konstanz. Die hinteren Ränge machen Nio, Mahindra und Dragon unter sich aus, wobei Letztere immer noch auf den ersten Zähler warten. Trotzdem bleibt die Formel E auch in der aktuellen Saison spannend.

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