Gebrauchtwagen: Preise fallen teilweise weiter

Die Preise für Gebrauchtwagen sinken auch im Juli 2020 weiter, wenngleich der Abschwung im Vergleich zum Vormonat deutlich schwächer ausfiel. Das geht aus dem AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) hervor, den der Online-Automarkt monatlich erstellt. In einigen Segmenten ziehen die Preise sogar wieder minimal an. Nachfrage und Angebot waren weiterhin leicht rückläufig

Der Preis für gebrauchte für Klein- und Kompaktwagen ist im Juli weiter gefallen | Foto: Florian Pircher auf Pixabay
Der Preis für gebrauchte für Klein- und Kompaktwagen ist im Juli weiter gefallen | Foto: Florian Pircher auf Pixabay
Torsten Buchholz

Dem Index zufolge kostete ein Gebrauchter im Juli durchschnittlich 19.802 Euro und damit nur knapp 200 Euro weniger als noch im Vormonat. Im Juni 2020 ist der Preis für Gebrauchtwagen noch um mehr als 400 Euro eingebrochen und damit erstmals unter die Marke von 20.000 Euro gefallen.

SUVs/Geländewagen und Gebrauchte der Oberklasse legten als einzige Fahrzeugsegmente preislich im niedrigen Prozentbereich zu. So kosteten SUVs/Geländewagen im Juli 2020 durchschnittlich 27.744 Euro, Oberklassewagen lagen im Schnitt bei 48.714 Euro, was jeweils eine Steigerung um etwa 0,1 Prozent bedeutet. Auch Fahrzeuge der Mittelklasse und oberen Mittelklasse entwickelten sich mit Preisen von 18.701 beziehungsweise 24.435 Euro nahezu stabil. Die Preise sanken hier lediglich um 0,2 beziehungsweise 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Die Preise für gebrauchte Sportwagen sanken um 0,9 Prozent auf durchschnittlich 53.291 Euro. Vans/Kleinbusse kosteten mit 19.353 Euro 1,3 Prozent weniger als im Juni 2020. Klein- und Kompaktwagen waren mit 9.762 beziehungsweise 14.935 Euro durchschnittlich 2,1 und 1,2 Prozent günstiger als im Vormonat.

In den Alterssegmenten stabilisierten insbesondere die jüngeren Gebrauchten ihre Preise. Jahreswagen, 1 bis 3 und 3 bis 5 Jahre alte Gebrauchtwagen kosteten im Schnitt rund 0,2 Prozent mehr als im Juni 2020. Eine etwas höhere Preissteigerung um 0,4 Prozent auf durchschnittlich 13.251 Euro verzeichneten die fünf bis zehn Jahre alten Gebrauchtwagen. Anders die Entwicklung bei den zehn bis 20 Jahre alten Autos: Hier sanken die Preise um 0,66 Prozent auf im Schnitt 5.815 Euro. Auch die Preise für mindestens 20 Jahre alte Youngtimer gingen auf 6.183 Euro zurück – was ein Minus von 5,29 Prozent im Vergleich zum Vormonat bedeutet. Die mindestens 30 Jahre alten Oldtimer bewegten sich preislich auf einem Niveau von durchschnittlich 31.205 Euro und sanken demnach um 3,65 Prozent.

Weiterhin rückläufiger Angebotsbestand im Juli

Das Angebot ging mit Ausnahme der Youngtimer (plus 0,18 Prozent) segmentübergreifend zurück.  Am stärksten betroffen innerhalb der Alterssegmente waren Jahreswagen, ein bis drei und drei bis fünf Jahre alte Gebrauchte, welche um rund zehn Prozent weniger angeboten wurden. Ähnliches gilt mit Blick auf die Fahrzeugsegmente. Während das Angebot an SUVs/Geländewagen, Vans und Kleinbussen und Gebrauchte der Oberklasse um rund zehn Prozent im Vergleich zum Juni 2020 zurückging, verkleinerte sich das Angebot der übrigen Fahrzeugsegmente um rund 6,4 Prozent.

Auch die auf der Basis von Seitenaufrufen erfasste Beliebtheit bewegte sich für die Sommermonate typisch weiterhin überwiegend auf einem niedrigen Niveau. Innerhalb der Fahrzeugsegmente fielen die Werte zwischen zwei Prozent (Oberklasse und Sportwagen) und neun Prozent (Vans und Kleinbusse). Im Hinblick auf die Alterssegmente waren es junge Gebrauchte und Oldtimer, deren Beliebtheitswerte im Juli 2020 um lediglich rund vier Prozent sanken. Die Beliebtheit der übrigen Alterssegmente ging derweil durchschnittlich um etwa sieben Prozent zurück.

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