Helix SPX-177 E-Motor: Fast 1000 PS bei 28,3 Kilogramm!

Helix gehört zu Experten im Segment der E-Antriebe: Die Briten haben jetzt eine nur 28 Kilogramm leichte E-Maschine mit 650 kW Dauerleistung entwickelt.

SPX 177 und Inverter wiegen zusammen nur 41 Kilogramm. | Foto: Helix
SPX 177 und Inverter wiegen zusammen nur 41 Kilogramm. | Foto: Helix
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Über 1.000 PS im Peak bei nur 28,3 Kilogramm und gut 20 Zentimeter Baudurchmesser – die X-Division von Helix macht es möglich. Die britischen Spezialisten bieten drei Arten von E-Motoren an: „Stock“ kann man kaufen und einbauen wie auf Lager. „Configured“ wird dann entsprechend angepasst und „Custom“ wird extra nach Kundenvorgaben entwickelt. Und ein solcher Kunde könnte jetzt Mc Laren oder Lotus sein, denn ein britischer Sportwagenhersteller soll vor zwei Jahren einen Antriebsstrang für ein Elektro-Hypercar angefragt haben – der eine hohe dauerlast bringen soll.

Das Ergebnis ist der SPX177 – der leistungsstärkste elektrische Fahrzeugmotor, den Helix je entwickelte. Das nur 261 Millimeter lange und 206 Millimeter im Durchmesser kleine Kraftpaket soll 650 kW (885 PS) Dauerleistung und 398 Nm Dauerdrehmoment bringen. Im Peak seien gar über 700 kW (952 PS) und 408 Nm drin, die maximale Drehzahl wird mit üppigen 25.000 Touren angegeben. Derek Jordanou-Bailey, Chefingenieur bei Helix, freut sich:

„Der Motor könnte potenziell sogar noch mehr leisten. Wir haben ihn aber nicht bis ans Limit gebracht.“

Die Wicklung macht einen ganz großen Unterschied

Begrenzender Faktor sind hier die Akkus, die bei solchen Leistungen extrem belastet werden. Fast noch wichtiger als die Leistungswerte waren aber die Maße und Gewichte. Und hier bedeutet klein und leicht immer auch „teuer“. Laut Jordanou-Bailey fährt fort:

„Wir brauchten eine Architektur, die die Verluste und die Wärmeentwicklung minimiert, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten, und das bedeutete eine ziemliche Veränderung der Art und Weise, wie der Motor gewickelt wurde, da die Minimierung der Widerstandsverluste zu einer Maschine mit sehr niedriger Induktivität führt. Die Schaltvorgänge im Umrichter können viel Rauschen und Oberwellen erzeugen, was bei einem Motor mit niedriger Induktivität eine größere Herausforderung darstellt. Das Software-Team hat hervorragende Arbeit geleistet und eine neue Methode zur Steuerung der Phasenströme im SPX177-Motor entwickelt."

Die Wicklungstechnik und Software-Ansteuerung sollen für niedrige Temperaturen sorgen – bei bis zu 25.000 Umdrehungen immer ein Thema. Zum 28,3-Kilo-Antrieb muss man noch ein 13 Kilogramm schweres Wechselrichterpaket addieren, das den Gleichstrom des Akkus in Wechselstrom umwandet. Der Trick: Genaugenommen ist der SPX 177 ein 2x3-Phasen-Motor, der seinen Strom wegen der hohen Leistung aus zwei Wechselrichtern beziehen muss.

Packt man nun zwei dieser Aggregate zusammen, hätte man ein 2000-PS-Hypercar, wofür aktuell noch vier Motoren nötig sind. Aktuell nutzt die der Lotus Evija, der so auf 1,7 Tonnen kommt. Mit den neuen Maschinen kann man hier massiv abspecken – was vor allem für Lotus ein Thema wäre – optional auch für Mc Laren. Hinter den Kulissen entwickelt man in UK schon eine (Vor-)Produktions-Charge und an der Integration in ein Fahrzeug.

Was bedeutet das?

Rund 700 kW aus einem 41 Kilogramm-Antrieb – das ist ein Durchbruch bei den E-Maschinen. Kommen dann noch dichtere und damit kaum schwerere Akkus hinzu, könnte man die Gewichtsspirale beim E-Auto endlich nach unten umkehren. Selbst wenn man bei den Materialien von der Güte her etwas zurückgeht, könnte das auch weniger starke und teure Antriebe merklich effizienter und leichter machen.

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