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IAA 2019: Skoda wird elektrisch - und erweitert Erdgas-Portfolio

Mit dem Citigo iV sowie dem Superb als Plug-in-Hybrid beginnt auch bei der tschechischen VW-Tochter das E-Zeitalter. Dabei hätte man wohl gerne gleich den Vision iV als MEB-Pendant gezeigt. Trostpflaster: Seriennahe Studien des Scala und Kamiq als G-Tec CNG-Versionen.

In die Offensive: Skoda positioniert sich als "grünste" Marke im VW-Konzern, wie Marken-Chef Bernhard Maier in Frankfurt darlegte. | Foto: J. Reichel
In die Offensive: Skoda positioniert sich als "grünste" Marke im VW-Konzern, wie Marken-Chef Bernhard Maier in Frankfurt darlegte. | Foto: J. Reichel
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Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Die tschechische VW-Tochter Skoda hat zur IAA sein erstes vollelektrisches Fahrzeugmodell in der 124-jährigen Geschichte des Herstellers vorgestellt. Mit dem Kleinwagen Citigo iV startet der Anbieter das Pendant zum VW eUp, darf allerdings mit 145 Euro monatlicher Leasingrate traditionell sogar noch unterhalb des VW-Preises bleiben. Ansonsten sind die Fahrzeuge bis auf das Front- und Heck-Design technisch baugleich, mit allen Vorzügen. Denn der unterflur und sehr geschickt verbaute 36,8-kWh-LiIo-Akku verbraucht wie beim eUp keinen Platz im Kofferraum, der damit ebenso voll erhalten bleibt wie der Innenraum. Damit können also vier Personen mit kleinem Gepäck problemlos befördert werden, nötigenfalls bis zu 260 Kilometer nach WLTP.

"Wir wollen Elektromobilität, die ,simply clever' ist", reklamiert der Skoda-Auto-Chef Bernhard Maier.

Unter dem Dach seiner neuen Submarke bündelt das Unternehmen den Aufbau einer eigenen elektrifizierten Produktfamilie sowie die Etablierung eines speziellen Ökosystems für Mobilitätslösungen u.a. mit einer eigenen Ladekarte. Insgesamt wende man dafür in den kommenden fünf Jahren zwei Milliarden Euro auf. Das sei das größte Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte, so Maier.
 

Superb macht den Anfang bei den Plug-in-Hybriden

Neben dem Citigo beackert am anderen Ende der Skala künftig der Superb als Plug-in-Hybrid und Passat-GTE-Verwandter das Feld der elektrifizierten Fahrzeuge, bis der schon weit gediehene Vision iV Crossover-SUV Wirklichkeit werden darf. Immerhin das macht der Superb seinem Namen gemäß: Ohne den riesigen Kofferraum signifikant zu schmälern (485 Liter Limousine/510 Liter Combi), sorgt der vor der Hinterachse verbaute 13 kW-Lithium-Ionen-Akku für genug Energie und die E-Maschine mit 85 kW über genug Kraft, um das Fahrzeug 56 Kilometer rein elektrisch zu befördern. Spätestens dann klinkt sich der 1,4-Liter-TSI-Benziner ein, der 156 PS aufbietet. In Kombination soll die geräumige Limousine nur 35 gCO2/100 km ausstoßen. Die Ladeklappe ist in der Frontpartie versteckt, ansonsten erinnert ein kleines "iV"-Emblem am Heck an den doppelten Antrieb.

Bald ein Quartett: Skoda setzt weiterhin auf Erdgas

Neben den Stromern bleibt Skoda neben Seat und Stammmarke VW aber auch beim Thema CNG dezidiert am Drücker: Die Studien zum Scala G-Tec und Kamiq G-Tec geben einen Ausblick, dass die erfolgreiche Erdgas-Geschichte bei den Tschechen eine Fortsetzung findet. Sie ergänzen damit den Octavia sowie den Citigo G-Tec, die beide weiter im Programm bleiben. Die beiden neuen Modelle werden vom 1,0-Liter-Dreizylinder-CNG-Motor aus dem VW-Konzern angetrieben und verfügen über drei CNG-Tanks aus Stahl sowie einen Neun-Liter-Benzintank, die Markteinführung erfolgt noch Ende 2019. 

„Bei den Bemühungen, den CO 2 -Ausstoß zu senken, spielt Erdgas für ŠKODA im Antriebsmix der nächsten Jahre eine wichtige Rolle. Wegen ihrer geringeren Emissionen und der in vielen Ländern vergleichsweise niedrigen Kraftstoffkosten werden unsere G-TEC-Modelle immer beliebter“, meint Christian Strube, Vorstand für Technische Entwicklung.

Was bedeutet das?

Da könnte sich die einst so fortschrittliche Schwester Audi mal eine Scheibe abschneiden, bei den böhmischen Nachbarn, wie man eine Marke recht konsequent nachhaltig ausrichtet. Zumal der Hersteller auch die CO2-reduzierte oder gar neutrale Produktion energisch vorantreibt. Noch mehr sogar als Seat, mit der leicht prolligen Hochleistungssub-Marke Cupra eher wieder in Gegenrichtung unterwegs, setzt man in Böhmen auf nachhaltige Mobilität. Dass der erste MEB-basierte Stromer der Marke, der Vision iV, der 2020 starten soll, noch nicht im Serientrimm in Frankfurt zu sehen war, wird da zur Fußnote und ist der internen "Vorfahrtsregelung" geschuldet. Denn nicht nur, dass man mit elektrisch angetriebenen Modellen startet, Skoda bleibt auch beim Thema CNG am Drücker. Und bietet damit allen, denen ein "EV" zu teuer oder zu reichweitenschwach ist, eine derzeit sogar eher noch umweltfreundlichere Alternative. Wer aus Mlada Boleslav künftig noch konventionell kauft, der ist selbst schuld.

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