IAA Mobility 2021: VW-Chef Diess fordert Ende fossiler Förderung

Damit sich E-Mobilität schneller durchsetzt, mahnt der VW-Chef eine Steichung der Förderung für fossile Energien und Kraftstoffe an. Er fühlt sich zu Unrecht am Pranger der IAA-Gegner und den Konzern auf gutem Weg.

Wendig in der Wende: VW-Chef Diess fährt weiter auf Attacke - und verlangt eine Streichung fossiler Subventionen. | Foto: VW
Wendig in der Wende: VW-Chef Diess fährt weiter auf Attacke - und verlangt eine Streichung fossiler Subventionen. | Foto: VW
Christine Harttmann
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der Volkswagen-Konzern-Chef Herbert Diess hat sich für eine Streichung der Subventionen für fossile Energien ausgesprochen. Auch die Steuerbefreiungen für fossile Kraftstoffe sollten beendet werden, beim Diesel wie beim Kerosin, so der Konzernlenker. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung und er Agentur Reuters forderte er, "dass man die belangt, die durch die Förderung von Öl und dem Verbrennen Gewinne machen". Das seien an erster Stelle nicht die Autohersteller, sondern die Förderunternehmen, meinte er im Hinblick auf die arabische Welt oder Länder wie Norwegen.

"Danach kommen erst das Auto und andere Teile der Wertschöpfungsketten", meinte Diess weiter.

Solange es Volkswirtschaften gebe, die Milliarden in die Förderung investierten, sei es für Autohersteller schwierig. Ein E-Auto mache auch nur in Ländern Sinn, die den Strom nicht aus Kohle erzeugten. In Deutschland ist das auch noch ein Viertel der Stromproduktion. Da komme die Transformation zur E-Mobilität "fast zu früh" oder der Kohleausstieg müsse früher kommen. Diess forderte den Ausbau der Stromnetze in Europa für den Transfer der erneuerbaren Energien. Man entziehe sich dem nicht, und wolle mit Energieerzeugern und Stromnetzbetreibern zusammenwirken, versprach der VW-Chef.
 

Zu Unrecht in der Kritik? Konzern investiert in Wende

Zudem verwies er darauf, dass man als Konzern ja bereits "große Anstrengungen" unternehme, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. 35 Milliarden Euro sollen bis 2025 bei den Marken in Entwicklung und Produktionsumstellung von E-Antrieben und Fahrzeugen fließen. Zudem will man ein Netzwerk aus Batteriefabriken etablieren. Insgesamt sei er zuversichtlich, weil es beim Thema Klimawandel einen gesellschaftlichen Konsens gebe. Insofern fühle er sich zu Unrecht am Pranger der IAA-Kritiker.

"Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, dass wir im Mittelpunkt der Proteste stehen", erklärte Diess.

Printer Friendly, PDF & Email