Werbung
Werbung
Werbung

Klare Ziele. Harte Zahlen. Gewaltige Herausforderungen.

Wie sieht die Vision des Verkehrs der Zukunft aus? Wird sie noch Spaß machen? Zwei zentrale Fragen die beim Technischen Kongress des VDA in Berlin leidenschaftlich diskutiert wurden.

Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie e.V. (VDA). Foto: Bert Brandenburg
Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie e.V. (VDA). Foto: Bert Brandenburg
Werbung
Werbung
Bert Brandenburg

Die Strategie beruht auf zwei Wegen und auf zwei Routen zum Gipfel. Mit dem Problem, dass wir beide gleichzeitig gehen müssen: 

Route 1: Wir revolutionieren die Technik.

Route 2: Wir revolutionieren ihre Nutzung.

Zunächst zur Route 1 – Technik: Kernthema heute und morgen hier auf dem Technischen Kongress. Wir arbeiten uns dabei an vier Karabinerhaken nach oben:

  1. Wir bringen alternative Antriebe: Elektromobilität, aber auch Gas oder Brennstoffzellen.
  2. Wir verbessern die bestehende Antriebstechnologie des Verbrennungsmotors
  3. Wir nutzen neue, umweltfreundliche Kraftstoffe.
  4. Wir treiben das vernetzte und automatisierte Fahren.

Der erste Karabiner: Wir verdreifachen in den kommenden drei Jahren unser Angebot an E-Modellen. Hersteller und Zulieferer investieren im gleichen Zeitraum 40 Mrd. Euro in alternative Antriebe. Die deutsche Automobilindustrie ist Spitzenreiter bei alternativen Antriebspatenten: Weltweit kommt jedes dritte Patent im Bereich Elektromobilität und Hybridantrieb aus Deutschland. Jetzt kommen auch die Produkte – Genf hat das eindrucksvoll bewiesen.

Der zweite Karabiner: Wir werden die Verbrennungsmotoren bei PKW und Nutzfahrzeugen weiter optimieren. Durch neue Technologien können wir noch etwa 20 % Verbrauchsreduktion erreichen.  

Der dritte Karabiner:  Mit e-Fuels werden flüssige und gasförmige Kraftstoffe klimaneutral. Übrigens: Mit modernen, sauberen Verbrennungsmotoren werden wir auch das Thema Luftqualität in den Griff bekommen. Schon jetzt sehen wir die Fortschritte, die nötig sind und an denen wir weiter hart arbeiten.

Der vierte Karabiner: Vernetzung, Automatisierung, Digitalisierung. Die deutsche Automobilindustrie steckt in den nächsten drei Jahren weitere 18 Milliarden Euro in das vernetzte und automatisierte Fahren.

Mit Erfolg: Die deutsche Automobilindustrie hat einen Anteil von 48 Prozent an den weltweiten Patenten im vernetzten und automatisierten Fahren. Damit ist Deutschland in diesem Bereich Patentweltmeister. Und auch diese Innovationen bringen wir jetzt auf die Straße.

Jetzt zur Route 2: Wir verbessern das Verkehrssystem und seine Nutzung

Diese Etappe ist noch schwieriger. Auch hier sind viele Partner gefragt. Entscheidend wird sein, dass alle in ein und dieselbe Richtung ziehen.

Die Vernetzung intelligenter Verkehrssysteme leistet heute schon einen wesentlichen Beitrag, um Verkehr effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Die Möglichkeiten dieser Systeme wachsen stetig:

  • Die Vernetzung hilft, Staus erst gar nicht entstehen zu lassen. Weniger Stau heißt mehr Lebensqualität und weniger CO2.
  • Die Vernetzung hilft die Effizienz im Stadtverkehr zu erhöhen z. B. durch die Vermeidung von unnötigem Verkehr. In deutschen Städten fallen jährlich 560 Millionen Stunden für die Parkplatzsuche an. Durch die Vernetzung kann die Suche verringert werden. Das spart Stress, Zeit und CO2.
  • Vernetzung verbessert das Flottenmanagement. So kann jeder Kubikmeter Frachtraum noch besser genutzt werden. Das bedeutet weniger Fahrten und damit weniger CO2. (Brenner Beispiel: nur 60 Prozent Auslastung)

In einigen Jahren wird es erste Fahrzeuge mit Funktionen des hochautomatisierten und des fahrerlosen Fahrens für bestimmte Anwendungsbereiche geben. Zuerst für Staufahrten auf der Autobahn. Ziel ist es, auch Fahrten in der Stadt oder im ländlichen Raum zu unterstützen.

Zur neuen Mobilität gehören neue Mobilitätsdienstleistungen wie Car-Sharing, Car-Pooling oder Ride-Pooling. Sie können umweltschonende Lösungen bieten. Das funktioniert schon heute in den urbanen Räumen, perspektivisch auch im ländlichen Raum. Wenn der Bus nicht nur einmal am Tag kommt, sondern ein fahrerloses Shuttle immer dann, wenn man es ruft, ist allen geholfen. Und Transportketten werden durch Platooning, Automatisierung und Elektrifizierung ebenfalls effizienter. Und das alles ist erst der Anfang.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung