Lunewave bringt präzisen 3-D-Druck-Radarsensor

Ein neues Radarkonzept reduziert die Komplexität von Fahrer- Assistenzsystemen und autonomen Fahrfunktionen und verspricht höhere Qualität bei der Identifizierung und Unterscheidung von Objekten. Die zentrale Elektronikkomponente kommt aus dem 3-D Drucker.

Die Größe eines Tischtennisballs soll der Radarsensor von Lunewave haben und sich zudem im 3-D-Druckverfahren fertigen lassen. | Foto: Lunewave
Die Größe eines Tischtennisballs soll der Radarsensor von Lunewave haben und sich zudem im 3-D-Druckverfahren fertigen lassen. | Foto: Lunewave
Claudia Leistritz
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Das US-Start Up Lunewave aus Arizona hat einen tischtennisballgroßen Radarsensor für autonomes Fahren entwickelt, dessen Kernelement aus einer 3D-gedruckten Lüneburger Linse besteht. Diese verfügt über 6.000 Kammern, die eine große Bandbreite sowie hohe Verstärkung aufweisen und die Fähigkeit haben soll, Strahlen in alle Richtungen – seitlich, wie auch vertikal - zu erzeugen. Zwei Lunewave-Radarsensoren könnten somit 20 heute verwendete Sensoren ersetzen und dabei eine höhere Auflösung und Leistung über ein breites Sichtfeld bieten, verspricht der Anbieter. Die Auflösung des Radars soll sechs Mal besser als die des besten Konkurrenzprodukts sein, reklamieren die US-Amerikaner. So erreiche ein konventionelles Radar 2-3 Grad Auflösung, das Lunewave Radar 0,5 Grad, spezifiziert der Anbieter. Das ist entscheidend, weil das System dadurch sogar nah zusammenstehende Menschen sicher voneinander unterscheiden könne. Der Sensor registriere sie dabei nicht als einen Punkt.
 

Stark reduzierte Zahl an Radarsensoren für Level 4 und 5

Die hohe Auflösung des Radarsensors soll es ermöglichen, bei der Bearbeitung der Signaldaten (Processing) auch zwischen Gegenständen, etwa Einkaufswagen und Personen unterscheiden zu können. Fahrzeuge mit ADAS sind mit sechs bis acht Radaren ausgestattet, bei Fahrzeugen mit autonomen Fahrfunktionen steigt die Zahl auf 15 bis 20. Im Gegensatz dazu benötige Lunewave für Level 2 nur zwei Radare und für Level 5 vier Radare. Aufgrund der Lüneburger Linse mit ihren 6000 Kammern, für deren Herstellung der Anbieter zugleich ein 3-D Druckverfahren entwickelt hat, könne das Radar nicht nur horizontal voraus oder seitlich Gegenstände erkennen, sondern auch, wenn sie in der Höhe versetzt seien. Unebene Straßen, Auf- oder Abfahrten sollen für das Sensorauge kein Problem darstellen.

"Wenn durch diese 180° Grad Abdeckung, horizontal und vertikal, weniger Sensoren im Fahrzeug verbaut werden müssen, verringert das die Komplexität des aktiven Sicherheitssystems, reduziert das zu verarbeitende Datenvolumen und den Entwicklungsaufwand", wirbt der Anbieter für das System.

Aufgrund des Interesses der OEMs an dieser Radartechnik ist das Start-up in Kontakt mit Tier1 für die Aufnahme der Serienproduktion ab 2024. Das Unternehmen plant 2021 eine entsprechende Partnerschaft verkünden zu können.

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