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Movin’On 2019: Michelin präsentiert den luftfreien Reifen Uptis

Das Movin’On-Festival bot interessante Einblicke und neue Produkte. Mit dem "Uptis" stellte Michelin dabei eine extrem leichte Rad-Reifen-Kombination bestehend aus einer fest verbundenen Einheit aus Aluminium, Kompositmaterialien und Gummilauffläche vor.

Michelins eigene Vision: Der luftlose Reifen Uptis, der bis 2024 Serie werden soll. | Foto: Michelin
Michelins eigene Vision: Der luftlose Reifen Uptis, der bis 2024 Serie werden soll. | Foto: Michelin
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Julian Kral
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Auch bei Movin’On muss man sich entscheiden, denn es laufen immer mehrere Events gleichzeitig. Daneben kann man viel ausprobieren, sich austauschen und diskutieren. Die Themen reichen vom Optimieren des Gütertransports bis zu AI, vom Circular Economy bis Kohleausstieg, von Smart Cities bis Blockchain für Smart Ecosystems, von elektrischen Flugtaxis bis Gesichtserkennung zum Bezahlen im Nahverkehr.

Besonders interessant war auch die Präsentation von Kotchakorn Voraakhom von Porous City Network. Die Stadtplanerin, die als Landscape architect in Bangkok arbeitet, zeigte auf dramatische Weise auf, wie die Stadt schon jetzt massiv vom Klimawandel und dem damit verbundenen Anstieg des Meeresspiegels betroffen ist, der pro Jahr tatsächlich bis zu einem Zentimeter ansteigt. Und: Die Überflutung ist mittlerweile ein massives Problem, aber die Dame mit ihren Teams entwickelt neue Stadtbilder und architektonische Lösungen, welche dem Anstieg des Wassers und dem Klima Rechnung tragen. Sie spricht hier von „amphibischer Architektur“. Und, was noch wichtiger ist: sie setzt sie auch um! Doch auch bei der Bevölkerung muss ein neues Bewusstsein entstehen. Spannend sind auch City-Farming-Ansätze auf den Dächern Bangkoks. Doch dazu muss vieles komplett neu gedacht und geplant werden und man muss erkennen, wie viele bereits bestehende Initiativen oder Projekte in die Realität umgesetzt werden können.

Aber auch Michelin selbst geht hier gewaltige Schritte: Mit GM werden die “airless” Reifen, Uptis genannt, in die Praxis kommen: Eine Flotte von Chevrolet Bolt EVs wird Michelins “airless” Reifen in der Praxis zu testen. Er soll Mehr Sicherheit bei weniger Materialeinsatz und weniger Müll bringen. Der Pkw-Reifen-Prototyp Uptis (Unique Puncture-proof Tire System) ist seriennah. Der luftlose Konzeptreifen vereint nahezu unfehlbaren Pannenschutz mit hervorragenden Fahreigenschaften und der markentypischen Energieeffizienz auf höchstem Niveau. Der Prototyp ist bereits auf dem Elektro-Pkw Chevrolet Bolt im Testeinsatz. Noch dieses Jahr sollen erste Versuche im öffentlichen Straßenverkehr in Michigan folgen. Der Marktstart des Michelin Uptis auf den ersten Pkw-Modellen ist für 2024 geplant. Florent Menegaux, CEO der Michelin Gruppe, erklärte zur Weltpremiere auf der Movin’On dass de  Uptis beweist, dass die Michelin Vision von nachhaltiger Mobilität ein erreichbarer Traum ist.

"Mit dem luftlosen Michelin Uptis haben Autofahrer die Gewissheit, nie wieder mit einer Panne durch Druckverlust liegen zu bleiben. Trotz des völlig neuartigen Konzepts verfügt er über die ausgezeichneten Eigenschaften der Michelin Premiumreifen, ist energieeffizient und bringt hohe Umweltvorteile mit sich“

betonte Eric Vinesse, Executive Vice President Research and Development bei Michelin. 

Mit dem Michelin Uptis wird der 2017 vorgestellte Michelin Vision Concept ein weiteres Stück weit Realität. Die extrem leichte Rad-Reifen-Kombination besteht aus einer fest verbundenen Einheit aus Aluminium, Kompositmaterialien und Gummilauffläche. Beim Michelin Uptis ist die leichte Aluminiumfelge über flexible, hochresistente Kunststoffspeichen untrennbar mit der profilierten Lauffläche verbunden. Die widerstandsfähigen Speichen aus Polyesterharz und Glasfaser sorgen für ausgezeichnete Tragfähigkeit und wirken schwingungsdämpfend im Fahrbetrieb. Das Profil bietet die markentypisch tolle Fahreigenschaften der Michelin Pkw-Premiumreifen.

 „Der Michelin Uptis zeichnet sich darüber hinaus durch vorbildliche Umwelteigenschaften aus: Aktuell werden pro Jahr rund 200 Millionen Reifen ausgetauscht, obwohl sie noch längst nicht das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben. Grund dafür sind Beschädigungen, die auf zu niedrigen Reifendruck oder Druckverlust nach einer Stichverletzung zurückgehen. Das ist mit dem luftlosen Michelin Uptis kein Thema mehr“,

unterstrich Eric Vinesse. Darüber hinaus erfüllt der Michelin Uptis bereits die Anforderungen des Straßenverkehrs von morgen, der von autonomen, elektrischen und vernetzten Fahrzeugen bestimmt wird. Michelin hat in den Michelin Uptis zehn Jahre Forschung investiert und bereits 15 Patente auf den Konzeptreifen angemeldet. 

 

Interessant war auch die Session: “Restoring confidence in AI”: denn autonomes Fahren verlor zuletzt an Zuspruch. Doch künstliche Intelligenz spielt eine entscheidende Rolle in der Bewältigung der Mobilitätsprobleme. Die Stadt soll zu einer eigenen Digitalen Plattform werden, die Smart Connected City der Zukunft wird ein eigener App-Store. Interessant war auch die Frage, warum die Menschen oft noch große Vorbehalte gegenüber KI, obwohl Machine Learning schon jetzt das Fahren viel sicherer gemacht hat. Zumal die Menschen einst auch große Vorbehalte hatten, Kreditkarten Internet zu benutzen, in Fremden Wohnungen zu übernachten (airbnb), bei Fremden ins Auto zu steigen (Uber/Lyft) und trotzdem haben sich diese Technologien und Services schlussendlich durchgesetzt.

Umso wichtiger ist, dass die Kommunen ihre Schlüssel zur Mobilität nutzen, da sie sie in der Hand haben: Sie besitzen die Infrastruktur und können die Regulierung bestimmen (wer darf was wie und wo anbieten). Das sollte im Idealfall dazu führen, dass Mobilität “gerecht" wird und bleibt: Los Angeles hat das größte mikro-mobility Programm der USA, mehr als 40.000 Scooter und Fahrräder in LA! Aber: Die Stadt hat auch eine "Social responsibility”, deshalb wurden wurden Incentives für die neuen Scooter-Anbieter ausgearbeitet um diese Mobilitätsangebote auch in auch in Gebieten mit geringen Einkommen anbieten zu können und dafür von der Stadt einen “Bonus” bekommen.

Was bedeutet das?

Es gibt extrem viele neue Iden- und sogar neue Reifen. Doch am Ende geht es immer um eine Kooperation von privaten und öffentlichen Beteiligten. Und hier können oder sollten die Kommunen einen “sanften” bis starken Druck auf Anbieter neuer Mobilitätsformen ausüben. Das Problem: Oft haben Verantwortliche in den Städten und Kommunen (noch) nicht das notwendige Wissen, um die Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalen Revolution richtig einzuschätzen und zu nutzen - da sind die Silicon Valley-Anbieter (noch) im Vorteil…

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