Nutzfahrzeuge: Teststrecke für Megawattladen

13 Partner aus Industrie und Forschung wollen Elektromobilität auch für Lkw im Fernverkehr realisieren und planen entlang der Autobahn A2 die weltweit erste Demonstrationsstrecke für das Megawattladen von Nutzfahrzeugen.

Vollelektrisch: Auch Scania ist Partner beim Projekt HoLa. Symbolbild: Scania
Vollelektrisch: Auch Scania ist Partner beim Projekt HoLa. Symbolbild: Scania
Christine Harttmann
(erschienen bei Transport von Nadine Bradl)

Erkenntnisse für einen deutschlandweiten und standardisierten Ausbau von Lkw-Hochleistungsladeparks in Deutschland zu gewinnen, ist das Ziel des Innovationscluster-Projekts „Hochleistungsladen im Lkw-Fernverkehr“ (HoLa), das mit einem Kick-off-Meeting der Beteiligten nun offiziell gestartet ist. Die Schirmherrschaft des branchenübergreifenden Konsortiums aus Industrie und Forschung – darunter die vier Lkw-Hersteller Daimler Truck, die zur Traton Group zählenden MAN und Scania sowie Volvo – hat der Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) übernommen.

Demostrecke 

Ziel von HoLa sind Planung, Errichtung und Betrieb einer ausgewählten Hochleistungs-Ladeinfrastruktur für den batterie-elektrischen Lkw-Fernverkehr. Dies erfolgt an einer Demonstrationsstrecke zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet. Zudem sollen im Projekt Forschungsfragen rund um den späteren flächendeckenden Ausbau von Lkw-Hochleistungsladeparks in Deutschland behandelt und eine Blaupause für die Ausgestaltung von Ladestandorten erstellt werden.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller: „Auch im Bereich der Nutzfahrzeuge schreitet die Elektrifizierung massiv voran. Damit sich diese durchsetzen kann, sind Lkw-Hochleistungsladeparks und die Möglichkeit zum Megawattladen eine wichtige Voraussetzung. Das HoLa-Projekt bringt Expertise aus Industrie und Forschung zusammen und hilft, die dringend benötigten Erfahrungen beim Aufbau und Betrieb dieser Hochleistungsladeparks zu sammeln und damit Grundlagen für einen flächendeckenden Ausbau der neuen Technologie zu schaffen.“

Konkret sollen im HoLa-Projekt an vier Standorten entlang der Bundesautobahn A2 je zwei Hochleistungsladepunkte mit dem sogenannten Megawatt Charging System (MCS) aufgebaut, betrieben und im realen Logistikbetrieb angewandt werden.

Der Plan

In einer ersten Phase werden die Standorte mit CCS-Ladepunkten für Lkw geplant und errichtet. In der zweiten Phase erfolgen Installation und Inbetriebnahme von Hochleistungsladepunkten mit MCS-Technologie. Dadurch wird das Megawattladen für den Schwerlastfernverkehr ermöglicht. Die Auswahl der Ladestandorte fiel hierbei auf Autobahn-Raststätten sowie Logistikzentren und Betriebshöfe, um unterschiedliche Anwendungsfälle zu berücksichtigen und bewerten zu können. Die Aufnahme des Realbetriebes in der Logistik soll im Herbst 2023 erfolgen.

22 Partner

Am HoLa- Projekt sind insgesamt 22 Partner aus Industrie und Forschung beteiligt. Dabei übernimmt das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI die Konsortialführung. Die Technologieberatung P3 Automotive GmbH ist Konsortialpartner und übernimmt die Projektleitung.

Weitere Konsortialpartner sind

  • EnBW als Betreiber der Ladestandorte sowie die Ladeinfrastrukturlieferanten ABB,
  • Heliox und
  • Siemens.

Konzeption, Bereitstellung und Betrieb der Fahrzeuge verantworten dabei die Nutzfahrzeughersteller

  • Daimler Truck,
  • MAN und Scania
  • sowie Volvo.

Die Umsetzung wird zudem vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, der Universität Stuttgart, der Bauhaus-Universität Weimar und den Technischen Universitäten Berlin und Dortmund begleitet.

Zu den assoziierten Partnern gehören

  • E.DIS Netz GmbH,
  • Ionity,
  • Meyer & Meyer,
  • Netze BW GmbH sowie
  • Tank & Rast.

 27 Millionen Euro Budget

HoLa ist eines von drei Innovationsclustern für klimafreundliche Lkw-Antriebstechnologien, die das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Anfang September vorgestellt hat und wird im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität vom BMVI gefördert. Das Projekt hat, bei einem Fördervolumen von 12 Mio. Euro, ein Gesamtbudget von 27 Mio. Euro und läuft bis Ende 2024. 

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