Plant Jaguar Land Rover Verbrennerausstieg bis 2036?

Hinweise dazu gibt eine Präsentation zum „Investors Day“ der Tochter Jaguar Land Rover. Sie findet sich auf der Seite von Tata Motors und liefert viele konkrete Details zum Verbrennerausstieg.

auch der Defener wird sukzessive verstromt: Ab 2021 ergänzen V8 und der wichtigere Plug-in-Hybrid das Programm. | Foto: Land Rover
auch der Defener wird sukzessive verstromt: Ab 2021 ergänzen V8 und der wichtigere Plug-in-Hybrid das Programm. | Foto: Land Rover
Christine Harttmann
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Jaguar Land Rover gab im Zuge der „Reimagine“-Strategie erste Zwischenziele aus: Jaguar wird bis 2025 schon rein elektrisch und die gesamte Gruppe soll bis 2030 rund 60 Prozent aller Modelle als reine BEV verkaufen. Auf den Sheets zum Investors Day finden sich jetzt Hinweise, dass ab 2036 auch alle weltweit verkauften Land-Rover-Fahrzeuge rein elektrisch fahren sollten. Ab 2039 will man dann komplett CO2-neutral agieren.

Dazu sollen alle künftigen Land-Rover-Modelle auf zwei neuen Plattformen stehen: Die Modular Longitudinal Architecture (MLA) und die Electrified Modular Architecture (EMA). Bei letzterer dürften die Briten auf 800-Volt-Technik setzen. Und auch in er Effizienz will man massiv nach oben: Den Verbrauch peilt man mit umgerechnet knapp 14 bis 15,5 kWh/100 km an (4-4.5 miles per kWh) an. Zudem sollen die Motoren im Verhältnis zu ihrer Baugröße ein besonders hohes Drehmoment bieten. Zu diesen Architekturen kommt ab 2025 noch eine weitere reine E-Plattform für Jaguar – auf der dann flache Limousinen und Sportwagen stehen könnten, die allerdings bis 2030 nur 20 Prozent des Gesamtabsatzes bestreiten soll. Über 80 Prozent des Absatzes soll dagegen auf MLA und EMA entfallen.

EMA sei prinzipiell für reine E-Autos konzipiert, könne aber auch für Plug-in-Hybrid- und Vollhybridantriebe genutzt werden, ähnlich CLAR II bei BMW. Sie soll zuerst bei der nächsten Generation der „Kompaktmodelle“ Range Rover Evoque und Land Rover Discovery Sport eingesetzt werden. Womit reine Verbrenner oder Mildhybride aus dem Programm fallen dürften. Interessant ist dabei, dass in der Präsentation eine Grafik auch zeigt, dass bei dem PHEV ein großer Bereich zwischen den Achsen mit Batterien gefüllt werden kann, was auf eine riesige Akkugröße für einen PHEV hindeuten würde.

Auch die Brennstoffzelle bleibt Thema

Interessant ist auch, dass man das Thema Brennstoffzelle weiterverfolgt – auch dazu gibt es eine Grafik einer Basis mit zwei Wasserstofftanks: einem längs und einem im Fond quer montierten, für große SUV mit Durchlademöglichkeit, um Gewicht zu sparen und große Reichweiten bieten zu können. Die ganze Präsentation findet sich unter

https://www.tatamotors.com/wp-content/uploads/2021/02/26153259/Investor-Day-FY21.pdf

Was bedeutet das?

Auch bei Jaguar Land Rover verabschiedet man sich immer schneller vom Verbrenner: Während man bezüglich der Elektrifizierung zahlreiche Plattformen und Ideen hat, die sogar die Brennstoffzelle mit berücksichtigen, ist von neuen Benzin- und Dieselmotoren keine Rede mehr. Und ganz dezent traut man sich auch ein Ausstiegsszenario bis 2036 zu. Klar: Typische Land Rover-Märkte wie Russland und die arabische Halbinsel werden so schnell nicht von den Verbrennern lassen.

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