Porsche startet Auto-Abo - leider nur für Verbrenner

Mit einem Abo setzt auch Porsche in Deutschland auf das populäre Modell. Fahrzeuge können zum Paketpreis und ab sechs Monate gemietet werden. Leider aber wohl nur Verbrenner, nicht der elektrische Taycan.

Missing link: Der Taycan fehlt wohl leider in der Sammlung der Abo-fähigen Porsche-Modelle. Dabei wäre das gerade für den Einstieg in die E-Mobilität wichtig. | Foto: Porsche
Missing link: Der Taycan fehlt wohl leider in der Sammlung der Abo-fähigen Porsche-Modelle. Dabei wäre das gerade für den Einstieg in die E-Mobilität wichtig. | Foto: Porsche
Christine Harttmann
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Auch der Sportwagenhersteller Porsche kann sich dem Trend zum Auto-Abo nicht entziehen und bietet ab sofort eine neue Lösung, bei der man zum monatlichen Pauschalpreis ein Fahrzeug mietet, für eine Mindestlaufzeit ab sechs Monate. Zum Fahrzeugangebot von „Porsche Drive Abo“ gehören junge Gebrauchtwagen („Porsche Approved“) verschiedener Modellreihen. Die Abwicklung erfolgt direkt in den deutschen Porsche Zentren.

„Insbesondere jüngere Zielgruppen besitzen nicht mehr zwingend selbst ein Auto, sondern wollen es je nach Lebenssituation und Anlass flexibel nutzen. Das Mobilitätsbedürfnis ändert sich je nach aktuellem Wohnort, dem Job oder auch den Plänen für den Sommer“, meint Alexander Pollich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Deutschland GmbH.

Mit dem Abo reagiere man auf diese veränderten Bedürfnisse. Der monatliche Preis richtet sich nach dem jeweiligen Modell, es fällt keine Startgebühr an. In der Rate sind 1.250 Freikilometer pro Monat enthalten und mit Ausnahme von Tanken alle Kosten abgedeckt, also Wartung, Verschleiß, saisonale Bereifung, Fahrzeuggarantie, Zulassung, Kfz-Steuer und Rundfunkgebühren, Teil- und Vollkaskoversicherung sowie Fahrzeuginspektionen. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit können Kunden das Abo jederzeit mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten beenden oder das Fahrzeug wechseln. Die Abwicklung vom Vertragsabschluss, über die Fahrzeugübernahme, Servicetermine bis hin zur Fahrzeugrückgabe erfolgt direkt im Porsche Zentrum. Der Sportwagenhersteller hat angekündigt, das Angebot künftig auch in seinen Online-Vertriebskanal zu integrieren.

Ein Pilotprojekt bestätigte die Nachfrage

Das Abo folgt auf den einjährigen Piloten „Porsche inFlow“, der gemeinsam mit der Porsche Digital GmbH durchgeführt worden war. „Während der Pilotphase sowie in eigenen Marktstudien haben wir viel über die Bedürfnisse unserer Kunden und die Umsetzbarkeit im Handel gelernt", erklärt Holger Peters, Sprecher der Geschäftsführung der Porsche Financial Services GmbH. Mit der neuen Porsche-eigenen Lösung ‚Porsche Drive Abo‘ setze man auf diesen Erfahrungen auf, und will damit bestehende Kunden ansprechen sowie neue Kunden für die Marke Porsche begeistern, hofft Peters.

Mit dem neuen Angebot „Porsche Drive Abo“ schließt Porsche die Lücke zwischen der Kurzzeitvermietung „Porsche Drive Rental“ und dem klassischen Leasing mit einer Laufzeit ab zwölf Monaten. Bei der Vermietung können Kunden und Fans der Marke die Sportwagen stunden- oder tageweise mieten.

Was bedeutet das?

Auch Porsche-Fahrer wollen offenbar nicht mehr 100.000 Euro hinblättern und ihr Geld in Blech binden, sondern flexibel bleiben. Daher ist der Schritt der Zuffenhausener zum "Nutzen statt Besitzen" konsequent. Nur fehlt offenbar ausgerechnet der modernste und vielleicht einzige klimafreundliche Sportwagen im Abo-Portfolio, der Taycan. Dabei wäre das Abo-Modell die ideale Gelegenheit, Käufer von der E-Mobilität zu begeistern. Aber der Strom-Sportwagen findet dem Vernehmen nach auch so reissenden Absatz - ganz altmodisch im Kaufverfahren. Scheint, dass die Kunden ihn nicht mehr hergeben wollen.

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