Reifendruck: Was die Experten empfehlen

Im Übergang vom Frühjahr zum Sommer wird der Reifenwechsel obligat. Damit einhergehend muss auch der Reifendruck überprüft und eingestellt werden. Abgesehen vom je nach Fülldruck teilweise stark unterschiedlichen Fahrverhalten weisen Über- wie Unterdruck jedoch sowohl Vor- wie Nachteile auf. Welcher Reifendruck tatsächlich empfehlenswert ist, hat die Dekra nun in Tests untersucht.

Der passende Reifendruck sorgt für besseres Fahrverhalten. Foto: Jana V.M. | Pixabay.
Der passende Reifendruck sorgt für besseres Fahrverhalten. Foto: Jana V.M. | Pixabay.
Torsten Buchholz
(erschienen bei PROFI-Werkstatt von Claudia Leistritz)

Zum Thema Reifendruck hat wohl jeder Fahrzeughalter eigene Vorlieben. Der eine schwört beispielsweise auf leichten Unterdruck um vermeintlich sicherer bremsen zu können, der andere bevorzugt die praller gefüllte Variante für ein flotteres und kraftstoffeinsparendes Fahrverhalten. Laut Christian Koch, Fahrzeugsachverständiger bei der Kfz-Prüfgesellschaft Dekra, beruhten viele solcher Einschätzungen jedoch auf „Mythen und Halbwahrheiten.“

Forschungsgegenstand Reifendruck

In einem Projekt mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg hat die Dekra im Rahmen einer Bachelor-Arbeit die Auswirkungen von unterschiedlichen Reifendrücken auf das Fahrverhalten bei trockener wie nasser Fahrbahn durchexerziert.

Nach mehreren hundert Bremsdurchgängen habe der mindere Reifendruck zwar bei Trockenheit einen kürzeren Bremsweg erbracht, Ausweichmanöver und Slalomfahrten seien jedoch weniger präzise und schwerfällig zu steuern gewesen. Die negativen Auswirkungen würden sich zudem mit höherer Geschwindigkeit verstärken und zum Kontrollverlust tendieren, so Koch. Auf nasser Fahrbahn erzielten Reifen mit höherem Druck dagegen die kürzeren Bremswege.

Herstellerempfehlungen beachten

Als den für die verschiedenen Fahrszenarien optimalsten und im Gesamten sichersten Fülldruck empfiehlt der Experte den von den Fahrzeug- oder Reifenherstellern je nach Beladung empfohlenen. Dieser findet sich normalerweise auf einem in der Tankklappe oder an der B-Säule an der Fahrertür angebrachten Aufkleber und würde den idealsten Kompromiss darstellen:

„Deutliche Abweichungen davon wirken sich in der Regel negativ aus – und zwar durch ein unausgewogenes Verhalten des Reifens.“

Bei einer Ausstattung mit Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) müsse man die Reifen beim Wechsel neu kalibrieren. Dazu füllt man den kalten Reifen zunächst auf den empfohlenen Wert, so der Experte.

Sollte man die Reifen selbst einlagern gelte es jedoch, diese vor der Nutzung gründlich auf Beschädigungen zu checken und gegebenenfalls zu reparieren. Eine Arbeit, die bei Übergabe von Lagerung und Reifenwechsel an den Fachbetrieb entfallen.

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