Rydies: Neue E-Mobilitäts-Abos für ADAC und BOGESTRA

Für den Automobilclub baut der Mikromobilitätsspezialist das Portfolio an E-Bikes und Scootern im Abo aus. Und für die Bochumer Verkehrsbetriebe ein Angebot mit E-Leicht-Mobilen im ÖPNV auf.

Niedrige Hürde: Als Einstiegsmodell in die Welt der E-Mobilität sehen Rydies und der ADAC ihr Abo-Angebot, das 2019 startete und jetzt ausgebaut wird. Im Bild (v.l.n.r.): Martin Kratzer (Leiter Marketing & Strategie ADAC SE), Ludger Kersting (Geschäftsführer ADAC Service GmbH), Andreas Nelskamp (Geschäftsführer Rydies GmbH), Patrizia Weber (Produktmanagerin ADAC SE), Mahbod Asgari (Vorstand ADAC SE). | Foto: ADAC
Niedrige Hürde: Als Einstiegsmodell in die Welt der E-Mobilität sehen Rydies und der ADAC ihr Abo-Angebot, das 2019 startete und jetzt ausgebaut wird. Im Bild (v.l.n.r.): Martin Kratzer (Leiter Marketing & Strategie ADAC SE), Ludger Kersting (Geschäftsführer ADAC Service GmbH), Andreas Nelskamp (Geschäftsführer Rydies GmbH), Patrizia Weber (Produktmanagerin ADAC SE), Mahbod Asgari (Vorstand ADAC SE). | Foto: ADAC
Torsten Buchholz
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Das Münchener Start-up-Unternehmen Rydies hat als Spezialist für Mikromobilitätslösungen sein Angebot für den  ADAC ausgebaut. So können Club-Mitglieder ab dem 25. Mai 2020 hochwertige E-Bikes und E-Motorroller von renommierten Herstellern im e-Ride Abo-Shop des Automobilclub zu günstigen Konditionen bestellen.

„Mit dem Angebot soll die Einstiegshürde um E-Bikes und andere E-Zweiräder gesenkt und Menschen angesprochen werden, die diese Fahrzeuge auf dem Weg zur Arbeit oder im Alltag bislang eher wenig nutzen“, erklärt Andreas Nelskamp, Gründer und Geschäftsführer von Rydies.

Seit Juli 2019 kooperieren der ADAC und Rydies dem Vernehmen nach erfolgreich in Sachen E-Mobilitätsabos. Daher habe sich der Mobilitätsclub dazu entschlossen, das Angebot weiter auszubauen. Allein in Deutschland wurden 2019 rund 1,36 Millionen E-Bikes verkauft, verweist man.

„Aber viele Verbraucher sind aufgrund der hohen Anschaffungskosten, möglicher Reparaturen der richtigen Versicherung verunsichert", glaubt Thomas Biersack von der ADAC SE Unternehmenskommunikation.

Mit ADAC e-Ride wolle man ein "Rundum-Sorglos-Paket" bieten. Das Angebot umfasst die Abholung von E-Bikes und E-Motorroller inklusive Einweisung bei Service-Partnern in über 20 Städten. Reparaturen, Wartung und eine AXA-Zweirad-Versicherung seien ebenfalls im monatlichen Abo-Preise ab 59 Euro inkludiert. Dabei hätten die Kunden die Wahl aus über 15 E-Zweirädern unterschiedlicher namhafter Hersteller. Bei den Bikes zählen dazu City-, Trekking- und Mountain-Bikes von Marken, wie z.B. Corratec und Univega, sowie das Connected Bike von VanMoof. Bei den E-Motorroller setzt man auf die schwedische Marke Vässla und die Schweizer Retro-Schmiede Kito.

„So erreichen wir neue Zielgruppen, die bisher nicht oder kaum mit dem Zweirad unterwegs sind“, erläutert Nelskamp das Konzept, das auch anderen Partnern offensteht.

Während die Vermarktung des Angebots über die Marke ADAC erfolgt, betreibt Rydies das operative Geschäft und schließt die Verträge mit Kunden. Man biete die White-Label-Plattform weiteren Mobilitäts- und ÖPNV-Unternehmen an, erklärt Nelskamp mit Blick in die Zukunft. „Unsere Partner können so neue Zielgruppen und Märkte erschließen, ohne sich um Konzeption, Umsetzung und Betrieb kümmern zu müssen. Rydies profitiere dabei von der großen Marketing- und Vertriebskraft seiner Partner, skizziert Nelskamp das Geschäftsmodell. 

Kombi-Verkehr: ÖPNV-Ticket mit E-Bike-Option

Das Thema Elektromobilität beschränke sich aber nicht auf E-Zweiräder, so der CEO weiter. Das will man mit der Zusammenarbeit mit dem Verkehrsunternehmen Bochumer-Gelsenkirchener Straßenbahn AG BOGESTRA zeigen. Seit November 2019 können Kunden ein neues Mikromobilitätsangebot nutzen, das auch E-Bikes, E-Motor- und E-Tretroller kombiniert, mit zahlreichen Inklusivleistungen sowie ÖPNV-Tickets.

„Die BOGESTRA spricht damit neue Zielgruppen an und erschließt weitere Einnahmequellen. Abhängig vom Wetter und von der Entfernung sind persönlich nutzbare Fahrzeuge eine sinnvolle Ergänzung zu Bus und Bahn“, erklärt Verena Obergfell, Projektleiterin des ÖPNV-Unternehmens.

Prognose: Corona-Krise befördert individuelle E-Mobilität

Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Krise erwartet Nelskamp einen weiteren Anstieg der Nachfrage nach individueller E-Mobilität. Bereits im vergangenen Jahr überschritt der Absatz von E-Bikes in Deutschland nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands erstmals die Millionenmarke. Aktuell liegt ihr Marktanteil bei über 30 Prozent aller verkauften Fahrräder. Die Mobilitäts-Abos stellten einen günstigen, flexiblen und sorgenfreien Einstieg in die E-Mobilität das.

"Und wer dann nach ein paar Wochen restlos überzeugt ist, kann sein Fahrzeug immer noch zu Top-Konditionen erwerben", meint Nelskamp.

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