Special Sound für schnelle Stromer

Gemeinsam veranstalten Opel und der ADAC den weltweit ersten Rallye-Markenpokal für Elektrofahrzeuge. Für die Motorsport-Rennserie, die 2021 zum ersten Mal ausgetragen wird, wurde extra ein neuartiges Soundsystem kreiert.

Gemeinsam veranstalten Opel und der ADAC den weltweit ersten Rallye-Markenpokal für Elektrofahrzeuge. | Bild: Opel
Gemeinsam veranstalten Opel und der ADAC den weltweit ersten Rallye-Markenpokal für Elektrofahrzeuge. | Bild: Opel
Redaktion (allg.)

Für den ersten elektrische Rallye-Markenpokal der Welt wollten die langjährigen Partner Opel und der ADAC auch in punkto Sound Innovationsführer sein.

Ein ganz eigener Rallye-Sound

Dass der Opel Corsa-e Rally über ein System zur Geräuschentwicklung verfügen würde, war bereits zu Beginn des Entwicklungsprozesses klar. Ein Rallyefahrzeug muss auf einer Wertungsprüfung akustisch wahrnehmbar sein, um die Sicherheit von Zuschauern und Streckenpersonal zu gewährleisten. Der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) setzt hier Vorgaben. Allerdings fehlten beim Thema Soundsystem im Rallyesport jegliche Erfahrungswerte. Da war zunächst die Frage nach der Hardware. Sie muss leistungsfähig und robust sein. Handelsübliche Lautsprecher werden normalerweise in Innenräumen von Fahrzeugen oder Gebäuden verbaut, sind also in den seltensten Fällen wasserdicht. Damit ein elektrisches Rallyefahrzeug von den Zuschauern gut gehört wird, müssen die Lautsprecher jedoch außen montiert sein, wo sie Erschütterungen, Staub und Feuchtigkeit voll ausgesetzt sind.

Opel-Ingenieure kramten im Marine-Zubehör

Die Opel-Ingenieure machten sich auf die Suche nach strapazierbaren Boxen und wurden im Marine-Zubehör fündig. Vorne und hinten arbeiten am Corsa-e Rally jetzt je zwei spritzwassergeschützte Lautsprecher mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 400 Watt. Sie werden von einem Verstärker versorgt, der seine Signale von einem eigenen Steuergerät erhält. Diese Blackbox operiert mit einer eigens geschriebenen Software, die die Fahrzeugdaten umsetzt. Das System arbeitet nicht geschwindigkeits-, sondern drehzahlabhängig, was somit auch durchdrehende Antriebsräder hörbar macht. Die Abstimmung des finalen Soundbilds nahm einige Monate in Anspruch. Die Software musste kontinuierlich weiterentwickelt werden und basiert nun auf einem Standgeräusch („idle sound“), welches an alle Drehzahlbereiche angepasst werden kann. Die Lautstärke ist in zwei Leistungsstufen regelbar. Bei Fahrten auf der Verbindungsetappe, also auf öffentlichen Straßen, kommt ein leiser Modus zum Einsatz. Erst auf der Wertungsprüfung wird voll aufgedreht. Die Teams sind per Reglement dazu verpflichtet, die Lautstärke jeweils entsprechend umzuschalten.

Sound soll Emotionen wecken

„Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis und überzeugt, dass der Sound auch bei den Fans an den Wertungsprüfungen Emotionen wecken wird – auch wenn er sich bewusst von dem eines klassischen Rallyefahrzeugs mit Turbomotor unterscheidet.“, sagt Opel Motorsport Direktor Jörg Schrott. Die erste Bewährungsprobe hat das neue Soundsystem schon hinter sich. Insgesamt acht Veranstaltungen sind für den ADAC Opel e-Rally Cup in seiner ersten Saison vorgesehen, von denen die Hälfte im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) stattfindet. Hinzu kommen drei Wettbewerbe bei Rallye-70-Events, nationalen Ein-Tages-Veranstaltungen über eine Distanz von 70 Wertungsprüfungs-Kilometer.

Special Sound für schnelle Stromer | Bild: Opel
Special Sound für schnelle Stromer | Bild: Opel

Highlight im August

Ein besonderes Highlight erwartet die Opel-Teams am letzten August-Wochenende: Dann präsentieren sich die flotten Stromer bei der traditionsreichen Barum-Rally, dem tschechischen Gastspiel der Rallye-Europameisterschaft rund um Zlín vor internationalem Publikum.


Wir wollten nicht einfach das Geräusch eines Verbrennungsmotors simulieren, sondern einen eigenständigen Elektrosound kreieren, der dieses Projekt auch akustisch begleitet.
Jörg Schrott, Opel Motorsport Direktor

 

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