Spezielle Fahrzeuge für schwerste Lasten - KAMAG feiert 50 Jahre

Der Spezialfahrzeughersteller KAMAG feiert sein 50-jähriges Bestehen. Das Ulmer Unternehmen hält mit seinen Transportlösungen für eine Vielzahl von Industriesegmenten weltweit Rekorde und transportiert schwerste Lasten, vom Schiff bis zum Space Shuttle.

Spezialfahrzeughersteller KAMAG hat auch schon das Space Shuttle der NASA auf seinen Schwerlastmodulen transportiert. | Foto: KAMAG
Spezialfahrzeughersteller KAMAG hat auch schon das Space Shuttle der NASA auf seinen Schwerlastmodulen transportiert. | Foto: KAMAG
Julian Kral

Der Spezialfahrzeughersteller KAMAG Transporttechnik, Teil der Transporter Industry International (TII) Group, feiert heujahr das 50-jährige Bestehen. Das Unternehmen aus Ulm hält mit seinen Transportlösungen für eine Vielzahl von Industriesegmenten weltweit Rekorde. 1969 gründeten der Unternehmer Franz-Xaver Kögel und der Ingenieur Karl Weinmann die Karlsdorfer Maschinenbau Gesellschaft - kurz: KAMAG. Die Geschäftspartner wollten spezielle Transportlösungen für schwerste Lasten bauen, um den Schwertransport unabhängig von der Eisenbahn auf der Straße abwickeln zu können. Seit 2004 gehört Das Unternehmen zur TII Group der Heilbronner Unternehmerfamilie Otto Rettenmaier.

Modulare Plattformwagen für theoretisch unbegrenzte Nutzlast

Wichtige Standbeine von KAMAG Transporttechnik sind innovative, nutzlaststarke und ebenso robuste wie auch präzise zu steuernde Sonderfahrzeuge für die Schwer- und Energieindustrie sowie für den Anlagen- und Brückenbau. Große Bedeutung am Absatz des Schwerlast-Profis kommt auch selbstfahrenden, modularen Plattformwagen zu. In Kombination von mehreren Einheiten bieten sie laut Hersteller theoretisch unbegrenzte Nutzlast. Diese werden weltweit beispielsweise zum Befördern von besonders schweren überdimensionalen technischen Anlagen, Baumaschinen, Raumfähren und Flugzeugen mit Nutzlasten von vielen tausend Tonnen genutzt.

Rekordhalter im Schwerlasttransport

Bereits im Jahr 1971 baute KAMAG den ersten hydrostatisch angetriebenen, siebenachsigen Schiffsektionstransporter für die Werftindustrie. Ein Segment, in dem Kamag bis heute einen exzellenten Ruf genießt. Mit ihrer Hilfe lassen sich riesige Baugruppen beispielsweise von Ozeanriesen in einem Stück transportieren. Mit den koppelbaren Ausführungen, welche 1975 folgten, ließen sich zwei Mal 400 Tonnen Nutzlast bewegen. 1996 knackte das Ulmer Unternehmen die Marke von 600 Tonnen Nutzlast auf einem Monoblock-Schiffssektionstransporter mit 96 Rädern und einer Ladefläche von 150 Quadratmetern. Heute lassen sich die hydrostatisch angetriebenen Werft-Transporter mit ihrer elektronischen Vielwege-Lenkung derart zusammenstellen, dass auch mehrere tausend Tonnen schwere Megablocks und komplette U-Boote am Stück auf Reise gehen können. Einzelfahrzeuge bringen es heute auf Nutzlasten von mehr als 1.000 Tonnen und Ladeflächen von bis zu 200 Quadratmetern.

Mit Hilfe der selbstfahrenden, modularen Transportplattformen von KAMAG wurde im Jahr 2017 die Fähre Sewol geborgen. Beteiligt waren an der spektakulären Aktion 120 K24-Achslinien von KAMAG sowie 480 SPMT-Achslinien von SCHEURLE, ein Fahrzeughersteller der ebenso wie KAMAG zur TII Group der Heilbronner Unternehmerfamilie Otto Rettenmaier gehört. Mit 17.280 Tonnen hält dieser Transport den Weltrekord im Schwerlasttransport und veranschaulicht eindrucksvoll, dass die Transportlösungen der TII Group für schwerste Aufgaben gerüstet sind.

Aufbruch ins Weltall - Ausrüstung für die NASA

Eine weitere wichtige Innovation war im Jahre 1977 der erste Hubwagen, der den Transport auch schwerster Paletten erlaubte - Ladungsträger, wie sie in der Stahlindustrie zum Einsatz kommen um unterschiedliche Halbzeuge innerbetrieblich zu bewegen. Einen besonders faszinierenden und gleichzeitig herausfordernden Auftrag erhielt der Sonderfahrzeugspezialist 1979 von der NASA. Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde benötigte Transportlösungen für die Beförderungen von einzelnen Raketenkomponenten, die nicht nur hoch sensibel sind, sondern auch extrem präzise und millimetergenau in Position gebracht werden müssen. Seither hat die US-amerikanische Raumfahrtbehörde immer wieder bei KAMAG Bestellungen platziert, etwa um Servicetürme für die Abschussrampe in Cape Caneveral zu bewegen. Auch Boeing Aerospace Industry zählt zur Kundschaft des Unternehmens. Der Luft- und Raumfahrtkonzern erhielt aus Ulm Fahrzeuge mit einer Nutzlast von 200 Tonnen, um Raketenmotoren zu transportieren.

Und für die nächsten 50 Jahre setzt KAMAG auch weiterhin auf den besonderen Erfindergeist seiner Ingenieure, wobei Elektrifizierung und Automatisierung entsprechend den aktuellen Enwicklungstrends eine herausgehobene Stellung einnehmen werden.

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