Sportliche Reifen schaden der Umwelt

Nicht nur der Feinstaub aus den Rußpartikeln von den Abgasen der Autos ist schädlich für die Umwelt. Auch der Reifenabrieb trägt seinen Teil zur Luftverschmutzung bei. Vielen Menschen ist das gar nicht bewusst. Besonders die breiten und überdimensionalen Reifen, die gerne für SUV und Sportwagen bestellt werden, sind nicht umweltfreundlich, sagen ADAC-Experten.

Sportliche Reifen schaden der Umwelt | Bild: pixabay.com
Sportliche Reifen schaden der Umwelt | Bild: pixabay.com
Redaktion (allg.)

Der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zufolge ist der Reifenabrieb im Straßenverkehr für circa ein Drittel der insgesamt 330.000 Tonnen Mikroplastik verantwortlich, die jährlich in Deutschland freigesetzt werden. Europaweit werden laut aktuellen EU-Studien jährlich rund 500.000 Tonnen Reifenabrieb produziert. Der ADAC wollte wissen, wie viel Reifenabrieb bei gängigen Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen entsteht. Dafür hat der Club seine Reifentests aus den vergangenen Jahren verglichen und die Ergebnisse der Reifenverschleißmessungen ausgewertet: Im Durchschnitt liegt der Reifenabrieb eines Fahrzeugs bei knapp 120 Gramm pro 1.000 Kilometer.

Die Skala: von 90 Gramm bis 171 Gramm Reifenabrieb

Insgesamt wurden die Abriebsdaten von knapp 100 Modellen verschiedener Reifendimensionen ausgewertet. Dabei gibt es in jeder Reifendimension Modelle mit wenig Reifenabrieb bei gleichzeitig sicheren Fahreigenschaften. Besonders positiv fällt hier die Marke Michelin auf. In fast jeder getesteten Reifendimension überzeugt das Michelin-Modell mit einem sehr geringen Reifenabrieb von durchschnittlich nur 90 g/1.000 km. Gleichzeitig schneidet Michelin gut in den sicherheitsrelevanten Kriterien ab. Bestes Beispiel: Der „Cross Climate+“ in der für Kleinwagen passenden Reifengröße 185/65 R15. Hier stellten die Tester einen Abrieb von lediglich 58 g/1.000 km fest. Am unteren Ende der Herstellerauswertung finden sich mit Pirelli, Bridgestone und Continental allerdings auch drei Premium-hersteller, die in Sachen Reifenabrieb deutlich Nachholbedarf haben. Pirelli belegt mit durchschnittlich 134 g/1.000 km zusammen mit Nokian den letzten Platz. Unter den Modellen schneidet der „Blizzak LM005“ von Bridgestone in der Dimension 195/65 R15 für Kompaktfahrzeuge und Vans besonders schlecht ab. Pro 1.000 Kilometer produziert er 171 Gramm an Reifenabrieb, die ungefiltert in der Umwelt landen.

Quelle/Grafiken: ADAC

Reifen für kleinere und leichtere Fahrzeuge sind besser für die Umwelt

Dr. Reinhard Kolke, Leiter des ADAC Technik Zentrums: „Der Trend in Richtung immer größerer und sportlicherer Reifendimensionen ist insbesondere unter Nachhaltigkeitsaspekten nicht sinnvoll. Vor allem weil mit den vermeintlich sportlichen Reifen kaum ein zusätzlicher Sicherheitsgewinn im alltäglichen Straßenverkehr erzielt werden kann. Einige Reifenhersteller sollten daher dringend umdenken und die Nachhaltigkeit von Reifen stärker in den Vordergrund stellen.“

Vielfahrer sollten darauf achten Reifen mit geringem Verschleiß zu kaufen. Das ist nicht nur günstiger, sondern schont auch die Umwelt. Durch regelmäßige Überprüfung des Reifendrucks sowie Kontrollen der Achseinstellungen in einer Fachwerkstatt und einer gleichmäßigen, vorausschauenden Fahrweise können Verbraucher:innen dazu beitragen, den Reifenverschleiß möglichst gering zu halten.

Quelle/Grafiken: ADAC

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