Stellantis plant STLA Small in Spanien - bitte gern subventioniert

Das spanische Portal „La Tribuna de Automoción“ will Neuigkeiten zur STLA Small erfahren haben, die vorrangig in Spanien produziert werden soll. Dabei handelt es sich um die Nachfolgemodelle von Peugeot 208, Opel Corsa, Lancia Y und Co.

Der Opel Corsa wird auch in der nächsten Generation aus Spanien kommen - er kam immer von dort. Für ihn errichtete GM einst eigens ein Werk. | Foto: Opel
Der Opel Corsa wird auch in der nächsten Generation aus Spanien kommen - er kam immer von dort. Für ihn errichtete GM einst eigens ein Werk. | Foto: Opel
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Auch Spanien sorgt sich immer wieder erneut um die bestehenden Automobilfabriken: La Tribuna de Automoción will jetzt aus zuverlässigen Branchenquellen erfahren haben, dass das Werk Saragossa ab Dezember 2026 die nächste Generation des Peugeot e-208 montieren soll, gefolgt vom nächsten Opel Corsa Electric ab Mai 2027. In Vigo soll ab September 2027 dann der neue Peugeot e-2008 starten. Damit bleibt der e-2008 seinem Standort treu. Offiziell hat Stellantis das noch nicht bestätigt, zumal der Konzern gerade aus seinen „Heimatmärkten“ Frankreich und Italien unter Beobachtung bezüglich der dort verbliebenen Kapazitäten und Werksauslastungen steht.

Spannend: Die Stückzahlen

Auch Stückzahlen will „La Tribuna de Automoción“ erfahren haben: 2028, dem ersten vollen Produktionsjahr für den neuen Corsa und 2008 sollen in Saragossa 335.000 Einheiten des 208 und Corsa und in Vigo 182.000 Peugeot 2008 gebaut werden. Dabei handelt es sich um die Produktionszahlen für die gesamte Baureihe inklusive Verbrenner, wobei deren Anteil sinken dürfte: Opel soll ab 2028 zur reinen E-Marke werden. Interessant sind deshalb auch die Zahlen für die Stromer: Vom Corsa Electric sollen dem Bericht zufolge 2028 dann 150.000 Einheiten montiert werden, vom Peugeot e-208 plant man 185.000 Einheiten, 2027 rechnet man mit 158.000 Exemplaren. Mit 335.000 Fahrzeugen würde das Werk nahe an seine Produktion von 2023, wo 365.739 Einheiten montiert wurden. Jetzt kommt dort noch er Lancia Y hinzu. Wenn der auf die STLA Small wechselt, könnte er mit Fiat-Derivaten auch in ein italienisches Stellantis-Werk verlegt werden.

Interessant: Mit 335.000 Einheiten plant Stellantis optimistisch. Pessimistische „Quellen aus der Branche“ zietieren die Spanier mit 216.000 Fahrzeugen im Jahr 2028 – dann wäre auch locker weiter Platz für den Lancia Y.

Die Bedrohung: Slowakei statt Spanien

Zudem laufen der Der Citroën C3 Aircross und Opel Crossland aktuell auch noch in Spanien auf Basis der CMP vom Band. Ihre Nachfolger dürften den Vermutungen nach auf die Plattform CMP Smart Car umgestellt werden – und damit extra preisgünstig werden. Der C3 Aircross soll die etwas größere Variante des e-C3 und der Crossland soll ebenfalls in diese Richtung gehen und „unter“ den Mokka rutschen. Gebaut werden die CMP-Smart-Car-Modelle im slowakischen Stellantis-Werk Trnava. Womit wir beim Subventionswettlauf wären: Denn noch diskutiert der Autokonzern mit der spanischen Regierung über die Höhe der Subventionen, um weiter dort zu produzieren.

Was bedeutet das?

Es muss mal ganz klar die Frage gestellt werden, weshalb die Autoindustrie grundsätzlich immer Subventionen für neue Modellreihen oder Standorte fordert. Und damit immer alle Bürger zur Kasse bittet. Wenn ich Autos nicht mehr gewinnbringend in Europa produzieren kann – und sich trotzdem immer weniger Menschen einen eigenen Pkw leisten können, haben wir ein massives Standortproblem. Oder steigen um auf Rad und ÖPNV.

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