Stopp! Verkehrszeichenmuseum

Verkehrsschilder sind so allgegenwärtig – im Überfluss an einer Stelle lösen sie vielleicht ein Stirnrunzeln aus. Manchmal „übersieht“ man mit schlechtem Gewissen ein Halteverbot. Unterwegs auf der Autobahn weiß man, eine Baustelle naht, wenn man auf 80 oder 60 herunterbremsen muss.

Ein Gebäude des Mercedes-Benz Werks Sindelfingen mit dem Verkehrszeichen „Gesperrt für Fahrzeuge aller Art“. Im Vordergrund stehen drei Mercedes-Benz 770 „Großer Mercedes“ (W 07, Produktionszeit 1930 bis 1938) zur Auslieferung bereit.
Ein Gebäude des Mercedes-Benz Werks Sindelfingen mit dem Verkehrszeichen „Gesperrt für Fahrzeuge aller Art“. Im Vordergrund stehen drei Mercedes-Benz 770 „Großer Mercedes“ (W 07, Produktionszeit 1930 bis 1938) zur Auslieferung bereit.
Redaktion (allg.)

Symbole zur Regelung des Straßenverkehrs haben sich mit der Zeit verändert. Wer sich für diese Art der Historie interessiert, sollte sich auf nach Stuttgart machen. Ins Mercedes-Benz Museum, zur Dauerausstellung „33 Extras“. Wegweiser und Meilensteine sind mindestens so alt wie die Fernstraßen der Antike. Doch mit dem Einzug von Fahrrad und Automobil gilt es, den Verkehr zu regeln: Verkehrszeichen sollen vor gefährlichen Stellen warnen sowie in voller Fahrt gut erkennbar sein. In Großbritannien stellen Fahrradclubs ab den 1880er Jahren solche Schilder auf, in Deutschland übernehmen das vor 1925 oft Automobilclubs.

Achtung, Kurve

1909 einigten sich Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Monaco, Österreich-Ungarn und Spanien auf vier einheitliche Verkehrszeichen. Diese bestehen jeweils aus einem blauen Kreis mit Symbolen und warnen vor Straßenunebenheiten, Kurven, straßengleichen Bahnübergängen sowie Kreuzungen. Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es in Deutschland verschiedene Systeme für Verkehrsschilder. Vor allem Großstädte versuchen früh, sie zu vereinheitlichen. Seit 1968 gibt es ein internationales „Übereinkommen über Straßenverkehrszeichen“, dem bisher fast 70 Länder beigetreten sind.

Vom emaillierten Blech zur digitalen Anzeige

Auch Verkehrszeichen durchlaufen einen Innovationsprozess. Bei der Herstellung folgen auf das Gusseisen der ersten Generation emaillierte Blechtafeln und schließlich mit Folien beschichtetes Aluminium. Heute werden auf Autobahnen, aber auch in Städten viele Signale digital als Wechselverkehrszeichen mit LED-Technik angezeigt. „Intelligente“ Autos mit automatischer Verkehrszeichenerkennung können die Schilder „lesen“ und warnen den Fahrer, wenn er das Tempolimit überschreitet.

Stopp einlegen im Museum

Das Stoppschild gilt als eines der international bekanntesten Zeichen überhaupt. Viele Schilder zeigen Symbole, die auf der ganzen Welt verstanden werden. Licht ins Dunkel des Schilderwalds bringt ein Besuch der „33 Extras“ im Mercedes-Benz Museum. 160 Fahrzeuge und 1.500 Exponate kann man in dieser Dauerausstellung begutachten. Die „33 Extras“ lassen am Beispiel oft überraschende Details der Mobilitätshistorie und Automobilkultur lebendig werden. 

Fotos: Daimler

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