Studie MG Maze setzt auf "Gaming-Aspekt"

Nachdem sich MG Motors mit eher allgemeingültigen, wenig sportlichen SUVs auch nach Europa zurückgekämpft hat, arbeitet die SAIC-Tochter jetzt an einer Schärfung ihres Markenprofils.

Mit dem MG Maze wagt die britisch-chinesische Marke einen wilden Blick in die Zukunft. | Foto: MG Motors
Mit dem MG Maze wagt die britisch-chinesische Marke einen wilden Blick in die Zukunft. | Foto: MG Motors
Christine Harttmann
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Sir Wiiliam Morris hatte MG 1923 als „Morris Garages“ und damit sportlichen Ableger seiner Hauptmarke gegründet. Nach mehreren Irrungen und Wirrungen samt etlicher „Pleiten“, bei denen der Markenname aber nie verschwand, kümmert sich seit 2005 der SAIC um die Markengeschicke. Vor allem mit massentauglichen elektrifizierten und elektrischen SUVs – doch eigentlich hatte man ja sportliche Wurzeln.

Die leben in der Studie MG Maze wieder auf. Der MG Maze wurde vom Team von SAIC Design Advanced in London anlässlich des dritten Jahrestages des in Großbritannien ansässigen Designstudios entworfen. Womit MG auch räumlich nahe an seine Wurzeln in Abdington bei Oxford zurückkehrt. Das mit viel Glas versehene Konzeptfahrzeug soll zeigen, wie urbane Mobilität in Zukunft noch angenehmer werden kann – und wendet sich an ein junges Publikum.

Dabei stützt sich „Maze“ auf drei „wichtige“ Kernprinzipien, die da lauten: ‚Spielen ist wichtig‘, ‚Entdecken ist wichtig‘ und ‚Abenteuer ist wichtig‘. Vor allem der Gaming-Aspekt wird betont. Denn das kompakte, futuristische Konzeptfahrzeug soll laut MG ein echtes Spielerlebnis vermitteln „durch sein offenes Cockpit-Layout, das einen umfassenden Panoramablick auf die Umgebung bietet“. Und dass, obwohl viele Hersteller gerade mehr und mehr in virtuelle Räume denken und die Insassen verstärkt von der drögen Realität abschotten wollen.

Die Kuppel aus Polycarbonat lässt sich vertikal öffnen, so dass die Insassen durch die Vorderseite in die weit ausladenden Sitze einsteigen können. Den Nutzer und Nutzerinnen dienen ihre Smartphones als Zugangs- und Bedienhilfe im Auto. Eine ausgeklügelte Benutzeroberfläche überlagert Bilder und digitale Inhalte mit der Perspektive des Insassen. So soll auch eine 3D-darstellung von Avataren möglich ein, die einen Begleiten. Spannend sind auch die Gaming-Aspekte: Die Nutzer und Nutzerinnen können für ökonomisches Fahren Punkte sammeln und sich hier matchen.

Das Konzept sei darüber hinaus spielerisch und agil und soll ein wirklich ansprechendes Mobilitätserlebnis für alle Altersgruppen, Kulturen und Interessen bieten. Auf die Straße wird es eher nicht kommen.

Was bedeutet das?

Der MG Maze bietet tolle Ansätze für Markenimage und ökonomischen Fahrstil, indem er den Gaming-Aspekt betont. Auch optisch lehnt sich die Studie weit aus dem Fenster. Schade nur, dass davon nur wenig in Serie gehen wird und sie wohl eher eine „wilde Fingerübung“ des britischen Studios bleiben wird.

 

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