Verkehrssicherheit: Der lebensrettende Notruf

Am 11. Februar 2020 ist der „Europäische Tag des Notrufs 112“. Mit dem Aktionstag soll die lebensrettende Rufnummer in der Bevölkerung noch bekannter gemacht werden. Bosch bietet auch ein Notrufsystem zum Nachrüsten an.

Foto: Bosch
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Torsten Buchholz

Ein klingelndes Handy. Ein unachtsamer Verkehrsteilnehmer. Ein Tier, das vors Auto springt. Unfälle passieren schneller als gedacht, sei es auf der Fahrt vom Büro nach Hause oder auf dem Weg in den Sommerurlaub in den Süden. Im Ernstfall kommt es auf jede Minute an. Wo ist das Smartphone für den Notruf, wo befinde ich mich genau und wie heißt noch einmal „Ich brauche einen Notarzt“ auf Spanisch, Französisch oder Italienisch? Für solche Fälle gibt es seit Juli 2019 Vivatar drive von Bosch, ein Notrufsystem zum Nachrüsten, um schnelle Erste Hilfe zu ermöglichen.

Seit 31. März 2018 ist in der Europäischen Union das automatische Notrufsystem „Emergency Call“ – kurz eCall – Pflicht, um die Typenzulassung eines neuen Fahrzeugmodells zu bekommen. Laut EU können mit einem solchen System, das bei einem Unfall automatisch einen Notruf inklusive GPS-Standort absetzt, jährlich rund 2.500 Menschenleben gerettet und die Unfallfolgen bei Schwerverletzten um etwa 15 Prozent gesenkt werden. Bis jedoch alle Fahrzeuge auf deutschen Straßen serienmäßig mit dem eCall ausgestattet sind, wird es noch dauern. Daher bietet Bosch mit Vivatar drive eine effiziente Nachrüstlösung an. Im Notfall baut das System eine Sprachverbindung zum Bosch Notruf Assistenten auf. Wird Hilfe benötigt oder reagieren die Insassen nicht, übermittelt er die wichtigsten Daten an die lokale Rettungsleitstelle. Dadurch kann die Zeit, bis Hilfe eintrifft, deutlich verkürzt werden.

Dr. Marco Lammer, Geschäftsführer Bosch Connected Devices and Solutions, sagt:

„Mit Vivatar drive führen wir eine vernetzte Gesamtlösung ein, die dem Bosch Leitmotiv Technik fürs Leben entspricht und buchstäblich Leben retten kann. Dabei ist uns auch das Thema Datenschutz sehr wichtig. Vivatar drive überträgt nur im Notfall Daten, und auch dann lediglich solche, die für eine zielgerichtete Einsatzkoordination notwendig sind, zum Beispiel Unfallschwere und Standort.“

Im Notfall ist die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte für die Erste Hilfe entscheidend. Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) begrüßt daher die Lösung. Daniel Schüle, Geschäftsführer der DVW:

„Als Deutsche Verkehrswacht sind wir unfallpräventiv tätig. Wenn es aber doch mal kracht, ist es wichtig, dass die Rettungskette schnell in Gang kommt. Solange es kein obligatorisches, europaweites eCall-System gibt, begrüßen wir den Einsatz von unkomplizierten, bestens wirksamen individuellen SOS-Call-Systemen, die schlimme Unfallfolgen mindern können. ”

Vivatar drive besteht aus drei Komponenten: Einem Stecker, einer App und dem integrierten Bosch Notruf Assistenten. Der Stecker wird einfach in die Zwölf-Volt-Buchse des Fahrzeugs gesteckt. Durch den integrierten, höchst präzisen Beschleunigungssensor und einen Microcontroller erkennt das Notrufsystem die Schwere einer Kollision. In Verbindung mit der App werden die per Bluetooth übermittelten Unfalldaten mit Fahrzeugstandort und -profil sowie, sofern vom Nutzer gewünscht und so eingestellt, Gesundheitsdaten vom Smartphone an den Bosch Notruf Assistenten geschickt. Dieser ist rund um die Uhr erreichbar und verfügt über Erfahrung aus rund 2.500 Notrufen, die Bosch bereits für Neufahrzeuge mit eCall täglich bearbeitet.

Vivatar drive ist auch für die kommende Urlaubszeit eine unkomplizierte Lösung: Wenn es zu einem Unfall kommt, hat man einen deutschsprachigen Notruf-Assistenten auch in elf westeuropäischen Staaten immer dabei. Zudem kann die App auch außerhalb des Fahrzeugs genutzt werden, um zum Beispiel beim Wandern in den Bergen oder auf dem Heimweg in der Großstadt einen manuellen Notruf auszulösen.

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