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Vimcar sammelt Daten für E-Mobilität

Mit 100.000 vernetzten Fahrzeugen reklamiert das Berliner Start-up Deutschlands größten Pool an Mobilitätsdaten für sich. Mit diesem Datenbestand könne man Fuhrparks effizienter machen.

Sitzen auf einem Schatz: Das Berliner Start-up Vimcar hat über 222 Millionen Fahrten aufgezeichnet und will das Know-How jetzt auch für die Elektrifizierung der Fuhrparks nutzen. | Foto: Vimcar
Sitzen auf einem Schatz: Das Berliner Start-up Vimcar hat über 222 Millionen Fahrten aufgezeichnet und will das Know-How jetzt auch für die Elektrifizierung der Fuhrparks nutzen. | Foto: Vimcar
Christine Harttmann
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Das Connected Car Start-Up Vimcar hat einen Meilenstein gesetzt und das 100.000 vernetzte Firmenfahrzeug vermeldet. In der jungen Firmenhistorie seien über 222 Millionen Fahrten respektive 4.292.220.186 Kilometer aufgezeichnet worden. Damit verfüge der Fuhrparkmanagement-Spezialist über Deutschlands größten Pool an Mobilitätsdaten, reklamiert man. Das für den Mittelstand maßgeschneiderte Produktportfolio sieht man dabei als Grundlage für das Wachstum des Software as a Service-Startups zu einem der „schnellst wachsenden europäischen Technologieunternehmen“, wie die Beraterfirma Deloitte urteilte.

„Mittlerweile verwalten wir mehr Fahrzeuge als die meisten deutschen Leasinganbieter. Vimcar entwickelt sich gerade im rasanten Tempo zum digitalen Standardprodukt für den Mittelstand. Ich denke, dass die Corona-Pandemie diesen Trend noch beschleunigen wird“, prognostiziert Vimcar-Gründer und Geschäftsführer Andreas Schneider.

Die Software des Anbieters verwaltet hunderttausende digitale Fahrzeug-Dokumente, etwa Leasingverträge, Fahrtenbücher und Kostenbelege. Innerhalb von wenigen Jahren habe sich das Berliner Startup vom Fahrtenbuch-Spezialisten zum führenden Anbieter von Fuhrpark-Lösungen für Mittelständler in der DACH-Region entwickelt, zieht man an der Spree Zwischenbilanz.

Aller Daten Anfang: Herstellerübergreifende OBD-Schnittstelle

Den Startpunkt markierte ein herstellerübergreifender Stecker für die OBD-Standard-Schnittstelle und eine dazu passende Software, mit der das Unternehmen das handgeschriebene Fahrtenbuch automatisierte. „Unsere Fahrtenbuch-App hat den Nutzern statistisch über 141 Jahre Lebenszeit für andere Dinge gespart“, wirbt Schneider. "Vimcar entschärft das Minenfeld Fahrtenbuch – und so manch ein Betriebsprüfer sieht sich seines Lieblingsthemas beraubt,“ bestätigt Norman Peters, Geschäftsführer Deutscher Steuerberaterverband e.V. Im nächsten Schritt brachten die Gründer Andreas Schneider und Christian Siewek mit „Vimcar Fleet“ 2017 eine digitale All-in-One-Lösung für mittelständische Fuhrparks auf den Markt.

„Der Digitalisierungsdruck im Mittelstand ist hoch und gleichzeitig sind Expertise, Zeit und Budget beim Thema Mobilität limitiert“, berichtet Schneider.

Die Produkte seien darauf ausgelegt, dass sie ohne IT-Aufwand aufgesetzt werden können, umgehend produktiv und im Alltag einfach zu handhaben sind und deckten sämtliche Bereiche des Fuhrparkalltags ab, vom Live-Tracking über Diebstahl-Warnungen bis hin zum CO2-Reporting, der Kostenanalyse und Fahrerschulungen, wirbt Schneider weiter. Neben Deutschland, Österreich und der Schweiz sei man seit Sommer  2020 auch in Großbritannien aktiv, ein gewagter Schritt, über den selbst die BBC berichtet habe. Parallel zur Weiterentwicklung der eigenen Software setzt man auch auf die Zusammenarbeit mit weiteren Firmen. So bieten die Berliner Mobilitätsdatenspezialisten gemeinsam mit UTA eine vernetzte Tankkarte an oder entwickelten mit dem Automobilzulieferer Witte eine integrierte Carsharing-Lösung. BMW-Kunden könnten Vimcar-Lösung per Knopfdruck freischalten, ohne dafür eine zusätzliche Hardware im Fahrzeug installieren zu müssen.

“In Kürze bietet Vimcar eine Schnittstelle zu Werkstätten, um die Abwicklung von Schäden noch besser zu steuern. Ein ähnliche Umsetzung ist auch mit Leasingunternehmen und Versicherungen denkbar”, kündigte Schneider an. 

Die Datengrundlage für Elektro-Mobilität

Die Zukunft des Firmenwagens liege in seiner ressourceneffizienten Nutzung. Dafür verfüge man über die Daten und könne auf dieser Basis den Kunden bei relevanten Fragen rund um E-Mobilität und Ressourceneffizienz helfen, verspricht das Unternehmen. So lasse sich etwa die Vimcar-Software nutzen, um den CO2-Ausstoß eines Fuhrparks zu analysieren. Eine Auslastungsanalyse identifiziert ungenutzte oder wenig rentable Firmenwagen und helfe, datenbasiert die Größe des Fuhrparks zu optimieren. Durch Software-gestützte Routenoptimierung könne wertvolle Kilometer und Zeit eingespart werden, wirbt man weiter. 

„Elektromobilität ist vor allem dann sinnvoll, wenn man sie auch vernetzt und datenbasiert denkt. Vimcar ist in der Pole Position, um als europäisches Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit in der beruflichen Mobilität maßgeblich mitzugestalten", glaubt Schneider.

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