VM-Dauertest Kia EV6: Verbrauchsrekord und Mega-Reichweite

Die Reichweite eines Stromers hängt – genauso wie beim Verbrenner - stark vom Fahrstil ab. Wir fuhren zu einem Termin von München nach Graz – etwa 400 Kilometer einfache Strecke. Hinzu sehr gemächlich, zurück so schnell wie möglich.

Am Ziel der Reise: Veranstaltungs-Zentrum Seifenfabrik in Graz.| Foto: T. Kanzler
Am Ziel der Reise: Veranstaltungs-Zentrum Seifenfabrik in Graz.| Foto: T. Kanzler
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Thomas Kanzler)

Nach Graz – neuer Verbrauchsrekord

Bei der Fahrt nach Graz wollten wir nicht nur ohne Ladestopp auszukommen, wir versuchten auch, einen möglichst niedrigen Verbrauch zu erzielen. Wir wählten im Navi nicht die schnellste Verbindung, sondern die kürzeste. Wir waren ausschließlich im Eco-Modus unterwegs. Auf der Autobahn fuhren wir maximal 110 km/h, wenn es möglich war, suchten wir hinter anderen Fahrzeugen den Windschatten. Durch die Vorgabe „kürzeste Verbindung“ schickte uns das Navi in Österreich weite Strecken über Landstraßen, wo wir selten über 80 km/h herauskamen.

Am Ziel in Graz stand als Durchschnittsverbrauch 11,4 kW auf dem Display. Selbst wenn man da die Ladeverluste hinzurechnet ist das immer noch ein sensationeller Wert unter 13 kW. So hatten wir nach den 390 gefahrenen Kilometern noch eine angezeigte Restreichweite von 230 Kilometern. Wir hätten also rein rechnerisch auf der E59 bis Zagreb weiterfahren können und hätten dort immer noch etwa 40 Restkilometer zu Verfügung gehabt, um eine Ladesäule zu finden. Zugegebenermaßen war die Fahrt langsam und Spaßbefreit, wir verzichteten sowohl auf Klimaanlage als auch auf musikalisches Entertainment, einzig das Navi wurde als zusätzlicher Verbraucher benutzt.

Zurück nach München – Geschwindigkeit lässt die Reichweite schwinden

Die Rückfahrt fand unter anderen Voraussetzungen statt: Wir waren im Normal Modus unterwegs und ließen Radio und Klimaanlage laufen. Die vom Navi vorgeschlagene schnellste Route führte fast ausschließlich über die Autobahnen. Zudem fuhren wir wenn möglich die in Österreich erlaubte Maximalgeschwindigkeit von 130 km/h, in Deutschland auch schneller. Wenn es der Verkehr zuließ beschleunigten wir den Stromer bis an die Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h. Das führte erwartungsgemäß dazu, dass das Fahrzeug in Deutschland nochmal an die Ladesäule musste. Die Reichweite des Stromers war durch die sportliche Fahrweise auf etwa 330 Kilometer geschrumpft. Am der Raststätte Samerberg hängten wir den Kia zum Zwischenladen an eine Ionity Schnellladesäule, wo wir den Akku in 20 Minuten auf 87 Prozent bzw 479 Kilometer Reichweite aufluden. Trotzdem erreichten wir einen Durchschnittsverbrauch von 18,9 kW, mit Ladeverlusten sind das respektablen 21 – 22 kW.

Was bedeutet das?

Kia gibt für den EV6 mit 77 kW-Batterie eine Reichweite von 528 Kilometern nach WLTP an. Man kann diese Reichweite leicht übertrumpfen – man kann aber auch weit darunterliegen. Zeitlich war die flotte Fahrt – trotz Ladestopp – mit etwa 4 Stunden 30 Minuten, davon 20 Minuten an der Ladesäule, die schnellere Variante. Die Verbrauchsoptimierte Fahrt dauerte über 5 Stunden – und kam einem noch länger vor.

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