Vorstandswechsel: Traton hat einen neuen Chef

Mit Wirkung zum 1. Oktober hat der CEO und President des Nfz-Herstellers Scania, Christian Levin, zusätzlich die Position als CEO und Vorstandsvorsitzender der Traton Gruppe übernommen. Annette Danielski, ebenfalls neu im Amt, ist CFO bei Traton für die Finanzen zuständig.

Christian Levin, derzeit CEO der Traton-Marke Scania, wird jetzt auch CEO der Traton SE. | Bild: Traton SE.
Christian Levin, derzeit CEO der Traton-Marke Scania, wird jetzt auch CEO der Traton SE. | Bild: Traton SE.
Christine Harttmann
(erschienen bei PROFI-Werkstatt von Claudia Leistritz)

Somit wird der Vorstandsposten des Nutzfahrzeug- und Busherstellers Traton SE mit demjenigen einer seiner Marken in eine Hand gelegt. Die derzeitigen Vorstände, CEO Matthias Gründler und CFO Christian Schulz, scheiden laut Pressebericht mit dem heutigen Tag und noch vor Vertragsende aus dem Unternehmen aus.

Christian Levin, der sein Studium des Mechanical Engineering am Royal Institute of Technology in Stockholm mit dem Master of Science abschloss, begann seine berufliche Laufbahn 1994 als Management Trainee bei dem schwedischen Nutzfahrzeughersteller Scania und durchlief mehrere leitende Positionen in dem Unternehmen. Später arbeitete er dort als Executive Vice President und Head of Sales & Marketing, dann zwei Jahre lang als Chief Operating Officer (COO) bei der in München ansässigen Traton Group.

Seit Februar 2021 ist er als CEO wieder bei Scania und übernimmt nun zusätzlich eine weitere leitende Position als CEO der zu einem Großteil der Volkswagen AG gehörenden Traton Gruppe, zu deren Marken außer Scania auch MAN, Volkswagen Caminões e Ônibus, Navistar und RIO zählen.

„Es ist mir eine Ehre, die Rolle des CEO der Traton SE zu übernehmen und gleichzeitig als CEO von Scania weiterzumachen. Mit Blick auf die Zukunft wird der Fokus auf der Transformation des Geschäfts in neue Technologiebereiche und Regionen liegen, sowie gleichzeitig auf weiteren Synergien durch Modularisierung und Skalierbarkeit“, so Levin.

Man wolle sich nun, forciert durch E-Mobilität und Digitalisierung, unter anderem noch mehr auf „Nachhaltigkeit“ ausrichten, den Bereich Konnektivität ausbauen sowie das Wachstum am nordamerikanischen Markt und Investitionen in China in den nächsten Jahren vorantreiben. Ein detaillierter Plan dazu soll bis Ende des Jahres vorliegen, heißt es.

Annette Danielski studierte Betriebswirtschaftslehre und war über 30 Jahre lang international in den Bereichen Finanzen und Controlling tätig. Bei der Daimler AG arbeitetet sie von 1988 bis 2017, zuletzt in leitenden Funktionen. Von 2017 bis 2018 verantwortete sie das Konzerncontrolling der Audi AG und leitet seitdem den Bereich Konzernfinanzen bei der Traton SE. Zu ihren ersten Aufgaben als CFO wird nun nach eigener Aussage die vollständige Integration des Nutzfahrzeugherstellers Navistar und die verstärkte Weiterentwicklung des Unternehmens gehören.

„Das Team bei Traton ist zu Höchstleistungen fähig und ich bin sehr zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, Traton auf das nächste Level zu führen. Die Traton Group hat das Potenzial, den Transport zu transformieren und gleichzeitig Menschen, Umwelt und Performance in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen“, sagt Danielski.

Laut Bericht führte der vorherige CEO Matthias Gründler die Traton Group durch die Navistar-Transaktion zu einem global orientierten Konzern, Christian Schulz war 2019 eine der zentralen Figuren beim Börsengang des Unternehmens; auch bei der Grundlegung des geplanten Lade-Joint-Ventures mit Daimler Truck und der Volvo Group und der Partnerschaft mit TuSimple spielten beide eine wichtige Rolle. Zudem entwickelten sie den Angaben zufolge mit dem Management-Team die neue Traton-Strategie der stärkeren Ausrichtung auf nachhaltiges Wirtschaften und Wachstum, stärkeres Engagement in China sowie den Ausbau neuer Geschäftsmodelle.

„Traton steht international nun auf stabilen Beinen. Jetzt geht es darum, Traton in eine nachhaltige Zukunft über konventionelle Geschäftsmodelle und Denkweisen hinaus zu führen“, so Gründler.

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