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Weg vom Diesel - Daimler setzt auf Elektro und Wasserstoff

Auf dem Deutschen Logistikkongress kündigt Trucks-Chef Daum einen Paradigmenwechsel an und will künftig auf E-Antriebe aus Batterie und Brennstoffzelle setzen.

Summen statt Brummen: In Berlin kündigte Daimler-Trucks-Chef Martin Daum jetzt eine Antriebswende weg vom Diesel an. Der eActros fährt bereits in Testflotten. | Foto: Daimler
Summen statt Brummen: In Berlin kündigte Daimler-Trucks-Chef Martin Daum jetzt eine Antriebswende weg vom Diesel an. Der eActros fährt bereits in Testflotten. | Foto: Daimler
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Julian Kral
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Daimler Trucks & Buses hat auf dem Deutschen Logistikkongress in Berlin das mittelfristige Ende des Diesel-Motors auch in Nutzfahrzeugen angekündigt. Bereits bis zum Jahr 2022 soll das Fahrzeugportfolio in den Hauptabsatzregionen Europa, USA und Japan Serienfahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb umfassen. Bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts will man das Fahrzeugangebot zusätzlich um wasserstoffbetriebene Serien-Fahrzeuge ergänzen.

"Sobald die Gesellschaft es schafft, die CO2-freien Transporte günstiger als die fossilen zu machen, wird der Markt über Nacht komplett kippen", äußerte Daimler-Trucks-Chef Martin Daum, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Lkw und Busse, in der Süddeutschen Zeitung.

Der Anbieter gab erst diese Woche die Weltpremiere des Brennstoffzellen-Prototyps „Vision F-Cell“ der Marke FUSO auf der Tokyo Motor Show in Japan bekannt. Man verstärke damit seine Aktivitäten im Bereich Wasserstoff. Darüber hinaus sollen die europäischen Werke von Daimler Trucks & Buses bis zum Jahr 2022 CO2-neutral sein. Alle weiteren Werke folgen.

„Bei Daimler Trucks & Buses bekennen wir uns klar zu den Zielen des Pariser Klimaschutz-Übereinkommens und damit zur Dekarbonisierung unserer Branche. Ein CO2-neutraler Transport auf den Straßen bis 2050 ist unser ultimatives Ziel", so Daum.

Dies sei nur dann erreichbar, wenn für unsere Kunden bei Kosten und Infrastruktur wettbewerbsfähige Bedingungen für CO2-neutralen Transport geschaffen würden.

CO2-Neutralität funktioniert nur mit E-Antrieben

"Wirklich lokal CO2-neutraler Transport funktioniert nur mit batterieelektrischem Antrieb oder auf Basis von Wasserstoff. Wir haben uns als erster Hersteller konsequent der Elektromobilität bei schweren Lkw verschrieben", meinte Daum, der Daimler hier als Vorreiter im Kundeneinsatz sieht. Allerdings hatte jüngst Hyundai einen serienreifen Fuel-Cell-Truck vorgestellt, der bereits im nächsten Jahr mit 1.600 Exemplaren in der Schweiz ausgeliefert werden soll. Auch Iveco ist gemeinsam mit dem US-Start-up Nikola Motors und Bosch relativ kurzfristig in dem Bereich aktiv geworden und will Anfang Dezember seine Pläne konkretisieren.

Kein Selbstläufer: Daum fordert staatliche Lenkungsmaßnahmen

Aus Daums Sicht sind "lokal CO2-neutrale Lkw und Busse sind keine Selbstläufer", der Trucks-Chef rechnet auch im Jahr 2040 "trotz aller Anstrengungen auf Herstellerseite" mit höheren die Anschaffungs- und Gesamtbetriebskosten von Lkw und Bussen mit Elektroantrieb als bei Dieselfahrzeugen. Es bedürfe daher staatlicher Lenkungseingriffe, um lokal CO2-neutrale Lkw und Busse wettbewerbsfähig zu machen.

Notwendig seien insbesondere eine europaweite Umstellung und Staffelung der Maut nach CO2-Werten, wobei CO2-neutrale Fahrzeuge eine signifikante Mauterleichterung bekommen sollten, ein gezieltes Förderprogramm für Busse sowie für eine flächendeckende Lade- und Wasserstoff-Infrastruktur und auch einheitliche Standards für den Transport und das Tanken von Wasserstoff, listete Daum weiter auf. Man wolle mit der Ankündigung auch ein klares Zeichen setzen, sagte Daum gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

"Bis vor vier Jahren haben Politik und Industrie immer gewartet, bis der andere etwas macht", kommentierte er.

Noch 2017 hatte der damalige Daimler-Entwicklungschef und heutige Konzernleiter Ola Källenius propagiert, der Diesel sei kein Auslaufmodell und werde wegen der Vorteile bei CO2-Emissionen vor allem im Güterverkehr weiter gebraucht.

FUSO F-Cell: Prototyp als 7,5-Tonner mit 300 km Reichweite

Mit dem „Vision F-Cell“ der Marke FUSO erprobt man im Prototyp die Möglichkeiten der Brennstoffzellen-Technologie für unterschiedliche Nutzfahrzeuge. Der 7,5-Tonner verfügt über einen Antrieb mit einer maximalen Leistung von 135 kW. Die Reichweite beträgt bis zu 300 Kilometer. Die Architektur des elektrischen Antriebsstrangs des „Vision F-Cell“ sei grundsätzlich mit der eines batterieelektrischen Lkw vergleichbar – von einer deutlich reduzierten Batterieleistung und zusätzlichen Wasserstofftanks abgesehen.

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