Weltpremiere: Die neue MirrorCam beim Actros für bessere Sicht nach hinten

Erstmals in einem Serien-Lkw ersetzt im neuen Actros mit der MirrorCam ein Kamerasystem die herkömmlichen Haupt- und Weitwinkelspiegel.

Erhöhte Sicherheit: Neu sind Active Drive Assist, MirrorCam und Active Brake Assist 5. Der schon 2016 eingeführte und jetzt weiter verbesserte Abbiege-Assistent harmoniert perfekt mit der MirrorCam. Foto: Daimler
Erhöhte Sicherheit: Neu sind Active Drive Assist, MirrorCam und Active Brake Assist 5. Der schon 2016 eingeführte und jetzt weiter verbesserte Abbiege-Assistent harmoniert perfekt mit der MirrorCam. Foto: Daimler
Bert Brandenburg

Erstmals in einem Serien-Lkw ersetzt im neuen Actros mit der MirrorCam ein Kamerasystem die herkömmlichen Haupt- und Weitwinkelspiegel. Die MirrorCam verbessert Sicherheit und Aerodynamik. Das System arbeitet komplett mit Digital­kameras und Displays. Die stromlinienförmigen Kameras sind rechts und links am Dachrahmen befestigt. Ihre Bilder werden auf zwei 15 Zoll großen Displays angezeigt, die innen an den A-Säulen der Kabine angebracht sind. Die Helligkeit der Displays lässt sich manuell regeln. Der Sichtbereich kann, wie bei der herkömmlichen Spiegelverstellung, über das Türbedienfeld verändert werden. Darüber hinaus ist das Kamerasystem beheizbar.

Die MirrorCam bietet eine erheblich verbesserte Rundumsicht. Angenehmer Nebeneffekt: Der Fahrer hat auch schräg nach vorn an den A-Säulen vorbei einen guten Blick, sein Sichtfeld vergrößert sich – ein Mehr an Sicherheit. Damit nicht genug: Bei herkömmlichen Spiegelsystemen kann es vorkommen, dass der Fahrer mit falsch eingestellten Spiegeln unterwegs ist und so auf der Beifahrerseite einen sogenannten „Toten Winkel“ kreiert. In diesem können insbesondere Fußgänger und Radfahrer leicht übersehen werden. Mit der MirrorCam hingegen gibt es das Problem der falsch eingestellten Spiegel nicht mehr, weil sich die Kamera vor dem Start automatisch optimal einrichtet und das Display aus jeder Perspektive das gleiche vollständige Bild zeigt.

Mehrere Hilfsfunktionen der MirrorCam unterstützen den Fahrer: Bei Sattelzug­maschinen schwenkt während der Kurvenfahrt das Bild des kurveninneren Displays mit und liefert so eine optimale Sicht auf den gesamten Trailer. Distanzlinien tragen zu einer besseren Einschätzung des rückwärtigen Verkehrs bei. Außerdem kann eine zusätzliche Linie, die sich individuell einstellen lässt, beispielsweise das Trailerende anzeigen. So wird das zentimetergenaue Rangieren noch einfacher. Auch verfügt die MirrorCam über eine spezielle Rangieransicht beim Rückwärtsfahren: Im oberen Bereich des Displays wird dabei der fahrzeugnahe und im unteren – mit einer gewissen Überschneidung – der fahrzeugferne Bereich angezeigt.

Bei beginnender Dunkelheit wechselt das System in eine Art Nachtsicht-Modus, um den Fahrer nicht zu blenden und die Strahleneffekte der Scheinwerfer anderer Verkehrsteilnehmer zu reduzieren. Das System verhindert aber auch tagsüber bei direkter Sonneneinstrahlung, dass der Fahrer von hinten geblendet wird. Und wenn der Fahrer Pause macht oder schläft, kann er durch einen Schalter am Bett das System für jeweils zwei Minuten aktivieren. Das ermöglicht ihm, auch bei geschlossenen Vorhängen über die Displays jederzeit das Fahrzeugumfeld zu kontrollieren. Das MirrorCam System ist zertifiziert nach der geltenden UN-Regelung R46 für Rückspiegel.

Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw:

„Bei der Entwicklung des neuen Actros stand für uns eines an erster Stelle: zuhören. Uns war es wichtig, zuerst zu verstehen, welche Anforderungen unsere Kunden, die Fahrer und auch die Gesellschaft an einen modernen Lkw haben. Damit sind wir an die Arbeit gegangen und haben Lösungen entwickelt mit dem klaren Ziel, den neuen Actros zum sichersten, effizientesten und vernetztesten Lkw der Welt zu machen.“

Andreas von Wallfeld, Leiter Marketing, Vertrieb und Services Mercedes-Benz Lkw:

„In Sachen Sicherheit, Effizienz und Vernetzung bieten wir mit dem neuen Actros konkrete Lösungen, die sich für den Transportunternehmer bezahlt machen. Nehmen wir das System Predictive Powertrain Control: Der intelligente Tempomat verarbeitet hochauflösende digitale Straßenkarten und regelt selbstständig die Geschwindigkeit – sowohl auf der Autobahn als auch auf kurvigen Landstraßen. Das bedeutet nicht nur eine Entlastung für den Fahrer, es reduziert auch spürbar den Kraftstoffverbrauch.“

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