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Zweitkarriere Blickfang – der L 710 von Rocky Kirschenlohr.

Laster aus dem Ländle

Zweitkarriere Blickfang – der L 710 von Rocky Kirschenlohr.

Die Baureihe
Mehr als 30.000 Exemplare des L 710 rollten von 1961 bis 1970 im Mercedes-Benz Werk Mannheim vom Band. Das Wirtschaftswunder machte den Kurzhauber zu einem gefragten Transportfahrzeug. Der L 710, bis 1963 noch mit dem Typenschild L 323 versehen, kam ausgezeichnet im Markt an. Unter anderem, weil er mit dem damaligen Klasse-3-Führerschein gefahren werden durfte.

Neue Typenbezeichnung
Die Neuregelung der Typenbezeichnung sorgte ab September 1963 dafür, dass die Modellnummer schließlich wieder technische Details über das Fahrzeug verrät. So steht die 710 für sieben Tonnen Gesamtgewicht und 100 PS (74 kW). Als Nachfolger des L 3500 stand diese Baureihe mit drei verschiedenen Radständen sowie in den Ausführungen Kipper und Sattelzugmaschine zur Verfügung.

Rocky Kirschenlohr: Die L 710 waren damals auch noch unterwegs. Von diesen Haubern war ich einfach beeindruckt.
Rocky Kirschenlohr: Die L 710 waren damals auch noch unterwegs. Von diesen Haubern war ich einfach beeindruckt.

Das Fahrzeug
Die ersten Fahrerjobs für einen Schaustellerbetrieb übernahm Rocky Kirschenlohr mit gerade mal 18 Jahren. „Die Familie meiner ersten Frau kam aus der Schaustellerei, damit war ich berechtigt, schon in so jungem Alter Lkw zu fahren“, sagt der heute 50-jährige Schwabe. Die Arbeit auf den großen Volksfesten sind Kirschenlohr immer in Erinnerung geblieben – und damit auch die Lkw aus dieser Zeit.

Fahrerhaus und Motor waren bei der Restauration des L710 keine Herausforderung für Rocky Kirschenlohr, die Pritsche musste er allerdings komplett neu aufbauen.
Fahrerhaus und Motor waren bei der Restauration des L710 keine Herausforderung für Rocky Kirschenlohr, die Pritsche musste er allerdings komplett neu aufbauen.

Ein alter Bierlaster
Irgendwann bekam er einen Tipp aus dem Freundeskreis. Ein Getränkehändler aus dem Schwabenland hatte seinen L 710 aus dem Betrieb genommen. Über Jahrzehnte wurden mit dem Fahrzeug Stuttgarter Brauereien angefahren und Getränkehändler und Gasthäuser im Ländle beliefert. Inzwischen stand der Lkw unter einem Baum und wurde nicht mehr gebraucht. „Der Besitzer wollte ihn trotzdem lange nicht verkaufen. Erst nach fünf Jahren hatte ich den Mann so weit.“ 2010 kaufte Rocky Kirschenlohr das Fahrzeug. Weitere zweieinhalb Jahre dauerte es bis zum Abschluss der Restauration. „Ich habe das Fahrzeug bis auf Rahmen und Räder runtergezogen. Die Pritsche ist komplett neu.“ Beim Fahrerhaus hatte er Glück, denn es war in einem erstaunlich guten Zustand. „Hier und da bekam der Kurzhauber neue Bleche und natürlich habe ich ihn neu lackiert.“ Der Motor machte keinerlei Probleme.
Heute ist der L 710 von Rocky Kirschenlohr vor allem als Blickfang im Einsatz. Gibt es bei Getränkemärkten oder Supermärkten im Ländle etwas zu feiern, ist der Bierlaster ein gern gesehener Gast. Ansonsten sieht man den Truck auch bei einigen Oldtimer-Treffen in Süddeutschland. Rocky Kirschenlohr: „Wir haben zwar nicht viel Zeit, aber wenn, dann sind wir dabei.“ Am Lenkrad sitzt dann auch gern seine Frau. „Sie hat nur den Führerschein Klasse 3, für den L 710 reicht der ja.“ Das sprach beim Kauf natürlich ebenfalls für den Hauber. Kirschenlohr: „Der Lkw macht ihr richtig Spaß.“

Gern gesehen: Bei den Supermärkten im Ländle ist der Bierlaster ein beliebter Gast.
Gern gesehen: Bei den Supermärkten im Ländle ist der Bierlaster ein beliebter Gast.

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Mehr Geschichten und Videos finden Sie auf der Online Plattform RoadStars powered by Mercedes-Benz Trucks unter: www.roadstars.mercedes-benz.com

Text: RoadStars / Fotos: Jan Potente

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