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Wunschberuf Lkw-Fahrer

Wunschberuf Lkw-Fahrer?

Es mangelt an Nachwuchs und Fahrer aus anderen Ländern werden immer wichtiger. Das ist das Ergebnis einer Studie des BAG. Die Untersuchung zeigt aber auch: In Deutschland beschäftigte Lkw-Fahrer mögen ihren Job.

Wunschberuf: Knapp die Hälfte der befragten Berufskraftfahrer macht ihren Job gerne.
Wunschberuf: Knapp die Hälfte der befragten Berufskraftfahrer macht ihren Job gerne.

Mit 15,5 Prozent erreichte 2016 aber auch die Zahl ausländischer Beschäftigter einen neuen Höchstwert. Die meisten von ihnen stammen demnach aus der EU. Überdurchschnittlich viele seien aus Polen, Rumänien, Tschechien, Ungarn und Bulgarien gekommen. Im Jahr 2012 wurden 13.275 Berufskraftfahrer aus den jungen EU-Staaten beschäftigt, im Jahr 2015 waren es mit 41.597 etwa dreimal so viele.

Aus der Untersuchung geht auch hervor, dass die Fahrer immer älter werden: So steigen zwar die Beschäftigungszahlen in den höheren Altersklassen, in den jüngeren aber sinken sie. 27,8 Prozent der Berufskraftfahrer waren 2016 älter als 55 Jahre. Das sind 2,3 Prozentpunkte mehr als 2014. Gründe sind die demografische Entwicklung und die geringe Zahl an Nachwuchskräften. Was die Ausbildung betrifft, so leidet das Speditionsgewerbe immer noch unter dem Wegfall der Wehrpflicht. Denn in den Zeiten des Wehrdienstes hat die Bundeswehr jedes Jahr zwischen 10.000 und 15.000 Lkw-Fahrer ausgebildet. Dieser Nachwuchs fehlt der Branche seither schmerzlich.

Und auch die aktuelle Fahrergewinnung bleibe schwierig. Im Ausbildungsjahr 2015/2016 seien in der Berufsgruppe „Fahrzeugführung im Straßenverkehr“ im Schnitt 2,18 gemeldete Ausbildungsplätze auf einen Bewerber gekommen. Der Anteil der Beschäftigten mit einem anerkannten Berufsabschluss nehme seit Jahren zu, heißt es in der Studie. Das liege auch an den Vorgaben des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes (BKrFQG). Die in Deutschland beschäftigten Berufskraftfahrer sind der Befragung zufolge mit ihren Arbeitsbedingungen überwiegend zufrieden. Einfluss auf diese Zufriedenheit haben Faktoren wie das Gehalt, das Betriebsklima und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Laut einer Studie der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers ist das Speditionsgewerbe für Schulabgänger dennoch „unsexy“. Solange es nicht gelinge, das Image in der Öffentlichkeit zu verbessern, werde sich daran wenig ändern. Um sie zu erhöhen, ergriffen einige Unternehmer bereits Maßnahmen wie die Einführung von Begegnungsverkehren oder eine Routen- und Schichtplanung, die die Wünsche der Fahrer berücksichtigt.

Text / Fotos: HUSS-VERLAG

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